Autohersteller werben in Shanghai um chinesische Käufer

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Ein Rennwagen-Modell von Renault auf der Automesse Shanghai

Auf der Automesse in Shanghai buhlen einheimische und ausländische Hersteller um die Gunst der Millionen chinesischer Käufer

Futuristische Modelle, Elektro- und Hybridautos und jede Menge SUVs: Auf der Automesse in Shanghai buhlen einheimische und ausländische Hersteller um die Gunst der Millionen chinesischer Käufer. Die Volksrepublik ist der größte Automarkt der Welt: Im vergangenen Jahr verkauften die Unternehmen dort mehr als 24 Millionen Pkw - rund ein Viertel aller weltweit verkauften Autos für Privatleute. Marktforscher warnen aber, das stürmische Wachstum werde in diesem Jahr stark abflauen.

In Shanghai, der wichtigsten Wirtschaftsmetropole Chinas, findet die Automesse alle zwei Jahre im Wechsel mit Peking statt. Hunderte Hersteller aus aller Welt sind vertreten. Wie sie setzen auch die einheimischen Autoproduzenten wie Geely, Great Wall oder Changan vor allem auf SUVs. Im vergangenen Jahr konnten diese Hersteller mit den beliebten Geländelimousinen einen Marktanteil von rund 43 Prozent erobern.

Marktführer in China ist nach wie vor Volkswagen. China-Chef Jochem Heizmann kündigte eine Reihe neuer SUV-Modelle in diesem Jahr an, zudem werde VW demnach die Produktion von Elektroautos ankurbeln. Der Konzern aus Wolfsburg werde 2017 zusammen mit seinen chinesischen Joint-Venture-Partnern rund vier Milliarden Euro investieren. Die chinesische Regierung plant ab dem kommenden Jahr ein Quotensystem, wonach alle Autobauer einen bestimmten Anteil an Elektro- und Hybridautos produzieren müssen.

Im vergangenen Jahr erließ die chinesische Regierung Käufern kleiner Autos die Hälfte der Zehn-Prozent-Steuer, die beim Autokauf fällig wird. Die Verkäufe stiegen um 15 Prozent. Dieser Steuerrabatt wurde Anfang dieses Jahres verringert - die Verkäufe wuchsen laut Chinas Herstellerverband im ersten Quartal nur noch um 4,6 Prozent. Volkswagen rechnet laut Heizmann mit einem Absatzplus von vier bis fünf Prozent im Gesamtjahr.

In der EU stiegen die Verkaufszahlen im März um 11,2 Prozent im Vorjahresvergleich auf fast 1,9 Millionen Pkw. Der Herstellerverband Acea gab aber zu bedenken, dass die guten Ergebnisse auch auf Kalendereffekte zurückzuführen sind. Das Osterfest mit seinen Feiertagen fiel in diesem Jahr in den April, im vergangenen Jahr war es der März. Der Verband rechnete daher mit weniger guten Zahlen im laufenden Monat.

In Deutschland stiegen die Neuzulassungen um 11,4 Prozent. Der Marktanteil der Diesel-Neuwagen ging dabei von 46,5 auf 40,6 Prozent stark zurück, wie die Marktforscher von EY betonten. Auch in anderen europäischen Märkten sank der Anteil. Grund ist unter anderem die Diskussion um Fahrverbote in Innenstädten wegen der hohen Feinstaub- und Stickoxid-Belastung durch Dieselfahrzeuge.

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