Autoren viel beachteter Klonstudie räumen Fehler ein

Die Autoren einer viel beachteten Studie zu geklonten menschlichen Stammzellen haben Schlampereien eingeräumt. Die Aussagekraft der Studie werde dadurch aber nicht in Frage gestellt, sagte ein leitender Wissenschaftler von der Universität Oregon. Den Forschern gelang es nach eigenen Angaben erstmals, aus menschlichen Hautzellen embryonale Stammzellen herzustellen. Embryonale Stammzellen sind die einzige Zellart, die sich endlos vermehren und in jeden beliebigen Zelltyp des Organismus entwickeln kann. (Archivfoto)

Die Autoren einer viel beachteten Studie zu geklonten menschlichen Stammzellen haben Schlampereien eingeräumt. Der leitende Wissenschaftler Shoukhrat Mitalipov von der Universität Oregon sagte der Fachzeitschrift "Nature", dass seinem Team kleinere Fehler unterlaufen seien. Die Aussagekraft der Studie werde dadurch aber nicht in Frage gestellt. "Die Ergebnisse sind echt, die Zelllinien sind echt, alles ist echt", sagte Mitalipov.

Die Wissenschaftler hatten in der vergangene Woche im Fachmagazin "Cell" veröffentlichten Studie erklärt, dass es ihnen erstmals gelungen sei, aus menschlichen Hautzellen durch Klonverfahren embryonale Stammzellen zu erzeugen. Embryonale Stammzellen können sich praktisch in jeden beliebigen menschlichen Zelltyp verwandeln. Auf ihnen ruhen daher Hoffnungen für die Behandlung von Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose, Herzerkrankungen und Verletzungen des Rückenmarks.

Auf der Internetplattform PubPeer, auf der Wissenschaftler Untersuchungen anonym diskutieren können, wurden die Ergebnisse allerdings in Zweifel gezogen. Dort wies ein Nutzer auf Unstimmigkeiten in mehreren Abbildungen der Studie von Mitalipov hin.

Dieser sagte "Nature", bei drei der bemängelten Probleme habe es sich um Flüchtigkeitsfehler beim Zusammenstellen der Daten gehandelt. Bei der Veröffentlichung der Studie habe großer Zeitdruck geherrscht, zwischen Abgabe und Annahme des Manuskripts durch "Cell" hätten nur drei Tage gelegen. Einen angeblichen vierten Fehler wies Mitalipov zurück.

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