Axel Prahl kritisiert das "bescheuerte Bestrafungssystem an manchen Schulen"

teleschau
·Lesedauer: 2 Min.
In "Extraklasse 2+" muss Ralph Friesner (Axel Prahl) nicht nur seinen Abendschüler auf die Prüfung vorbereiten, sondern gleichzeitig den Angriffen durch die Schüler eines Bildungszentrums trotzen. (Bild: ZDF / Hans-Joachim Pfeiffer)
In "Extraklasse 2+" muss Ralph Friesner (Axel Prahl) nicht nur seinen Abendschüler auf die Prüfung vorbereiten, sondern gleichzeitig den Angriffen durch die Schüler eines Bildungszentrums trotzen. (Bild: ZDF / Hans-Joachim Pfeiffer)

Axel Prahl sieht das deutsche Schulsystem kritisch: In einem Interview bemängelte er jetzt nicht nur das "Bestrafungssystem an manchen Schulen", sondern auch die fehlende Infrastruktur in Pandemie-Zeiten.

Trotz Pandemie-bedingter Konzertabsagen ist der Schauspieler und Musiker Axel Prahl dieser Tage ein vielbeschäftigter Mann: Nur einen Tag nach dem sensationellen Erfolg (mehr als 14 Millionen Zuschauer, 39,6 Prozent Marktanteil) des ARD-Krimis "Tatort: Rythm and Love" war der 61-Jährige am Montag erneut in einer Hauptrolle zu sehen: In der ZDF-Komödie "Extraklasse 2+", der Fortsetzung von "Extraklasse" aus dem Jahr 2018, verkörperte er den Abendschullehrer Ralph Friesner. Wie viele Anknüpfungspunkte diese Rolle zu seiner privaten Biografie aufweist, verriet Prahl in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau.

"Es gab in der Tat einige Versatzstücke meines bisherigen Lebens, die sehr hilfreich waren", so der gebürtige Eutiner. "Zum einen hatte ich mein Abitur komplett über den zweiten Bildungsweg gemacht. Zum anderen habe ich bis zum fünften Semester auf Lehramt studiert." Vor allem den Wechsel auf die Berufsfachschule bezeichnete er rückblickend als "ein Riesenglück": "Den Satz: 'Man lernt nicht für die Schule, sondern fürs Leben' habe ich dort überhaupt erst verinnerlichen können", so Prahl. "Ich saß mit 30-Jährigen gemeinsam an einer Schulbank, die unbedingt diesen Abschluss machen wollten, etwa weil sie ihren Meister machen wollten. Das hatte natürlich eine ganz andere Ernsthaftigkeit. Außerdem wurde ich mit meinen damals 16 Jahren wie ein Erwachsener behandelt."

Nach seinem Fachabitur hat Axel Prahl selbst fünf Semester lang Lehramt studiert, ehe er die künstlerische Laufbahn einschlug. (Bild: 2019 Tristar Media / Getty Images)
Nach seinem Fachabitur hat Axel Prahl selbst fünf Semester lang Lehramt studiert, ehe er die künstlerische Laufbahn einschlug. (Bild: 2019 Tristar Media / Getty Images)

Axel Prahl als Lehrer

An der Regelschule, die er zuvor besucht hatte, sei dies ganz anders gewesen: Während der "Klassenaufsicht", so erinnert sich der Wahlberliner im teleschau-Gespräch, hätten er und ein Mitschüler mit einem Tennisball Fußball gespielt: "Blödsinnigerweise hatte ich an diesem Tag Holzbotten an. Als ich geschossen habe, ging der Schuh leider durch die Scheibe", so Prahl. Dieser Unfall hätte ihm zwei Tage Schulverweis eingebracht. "Bis heute ist diese Geschichte für mich ein Beispiel für das bescheuerte Bestrafungssystem an manchen Schulen", betonte der Schauspieler.

Was die Bildungsqualitäten während der derzeitigen Corona-Pandemie angeht, übte der vierfache Vater ebenfalls Kritik: Zwei seiner Kinder würden derzeit im Wechsel online oder frontal in Kleingruppen unterrichtet. "Was man hier aber maßgeblich feststellt, ist die fehlende Infrastruktur des Internets und der Technik", so Prahl.

Wer eine Vorstellung davon bekommen möchte, wie sich Axel Prahl zumindest auf fiktiver Ebene als Lehrer macht, hat noch bis 7. Juni 2022 Gelegenheit dazu: Solange wird die Komödie "Extraklasse 2+" in der ZDFmediathek abrufbar sein. Den vorangegangenen Film "Extraklasse" aus dem Jahr 2018 gibt es noch bis 22. Feburar 2022 in der ZDFmediathek.