AZ-Serie "München nicht wie geplant" - Teil 10: Bürgerproteste - Und sie wollen nicht ruhen

Christian Pfaffinger

Bürgerprotest heute: Wo die Münchner jetzt auf die Straße gehen, um ihre Stadt und ihr Viertel zu bewahren.

München - Sie müssen nicht immer mit Steinen schmeißen. Aber tatenlos zusehen, wie ihre Stadt mit dem ohnehin völlig überhitzen Mietmarkt von Investoren kreuz und quer abgerissen und neu bebaut wird: Das ist der Münchner Sache nicht.

Sie gehen auch heute wieder auf die Straße, wenn sie sich übergangen fühlen – von Politik, Bezirksausschüssen (BA), Behörden. Manchmal haben sie Erfolg. Manchmal können sie auch nur das Schlimmste verhindern.

Die Städter lieben ihre urigen Märkte. Das zeigte sich auf eindrucksvolle Weise beim Protest um den Markt am Wiener Platz, der im Mai 2015 hochkochte. Die Stadt wollte die Standl durch drei große Pavillons ersetzen. Die Haidhauser gingen auf die Barrikaden – mit Erfolg: Im Sommer 2016 sprach OB Dieter Reiter ein Machtwort und verordnete eine behutsame Sanierung.

Der Markt am Wiener Platz wird dank des Einsatzes der Haidhauser nicht abgerissen, sondern im Bestand saniert. Foto: Petra Schramek

Auf Gleiches hoffen die Protestler der Bürgerinitiative "Pro Elisabethmarkt": Denn auch der Markt am Elisabethplatz soll laut Plänen des Kommunalreferats abgerissen und neu aufgebaut werden. Der angegebene Grund ist der gleiche wie beim Wiener Markt: Hygiene- und Brandschutzvorschriften.

So tapfer sie auch demonstrieren – immer gewinnen sie nicht

Momentan sieht es schlecht aus für die Abriss-Gegner, stimmte doch der Stadtrat Anfang April den Neubauplänen zu. Doch wie die Vergangenheit gezeigt hat, erweist sich die Gruppe als zäh.

Wohnraum und die Schaffung des solchen ist ein Streitthema, bei dem sogar noch mehr Münchner mitreden können. Um das Großprojekt "Wohnen für alle" gibt es eine Menge Streit: 3000 Wohnungen für einkommensschwache Mieter bis 2020 will OB Dieter Reiter bauen lassen – nur, wohin? Den Platz vor ihrer Haustür zur Verfügung stellen mögen die meisten Anwohner nicht.
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