Handgreiflichkeiten und Tumulte rund um Höcke-Auftritt auf Frankfurter Buchmesse

Demonstranten rangeln auf der Buchmesse in Frankfurt am Main bei einer Lesung mit Thüringens AfD-Landeschef Höcke mit Ordnern

Handgreiflichkeiten, Provokationen, Polizeieinsatz: Mit Turbulenzen rund um einen Auftritt des umstrittenen AfD-Politikers Björn Höcke hat die Frankfurter Buchmesse ein unruhiges Abschlusswochenende erlebt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Frankfurter Buchmesse kritisierten gewalttätige Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Veranstaltungen rechter Verlage. "Wir verurteilen jede Form der Gewalt", erklärten die Verantwortlichen der Buchmesse.

Der Thüringer AfD-Politiker Höcke war am Samstag Teil der Präsentation eines Buchs des rechtsgerichteten Antaios-Verlags. Die Frankfurter Polizei berichtete am Sonntag vor einem "Tumult", der sich rund um die Podiumsdiskussion entwickelte. "Die Diskussion wurde zunächst durch laute Zwischenrufe und das Hochhalten von Plakaten immer wieder gestört", heißt es in einer Mitteilung. Auch sei von vereinzelten Handgreiflichkeiten berichtet worden.

Kurz nach Beginn der Podiumsdiskussion war die Stimmung demnach derart aufgeheizt, dass eine Vertreterin der Buchmesse überlegte, die Veranstaltung zu beenden. "In der Zwischenzeit hatte sich eine Menschentraube von etwa 400 Personen aus beiden Lagern gebildet", schilderte die Polizei die Szene. "Der Lärmpegel war derart hoch, dass keine Möglichkeit bestand, die beiden Lager mit Durchsagen zu beruhigen. Stattdessen heizte sich die Stimmung immer weiter auf, eine Eskalation drohte." Es gab mehrere vorläufige Festnahmen.

Die Polizei wertet inzwischen Videoaufzeichnungen der Eskalation aus, es wird insbesondere im Hinblick auf mögliche strafbare Propagandarufe ermittelt. "Wir werden alle Straftaten, die uns bekannt geworden sind und in der Zukunft noch bekannt werden oder durch uns selbst ermittelt werden, konsequent verfolgen", sagte die Frankfurter Polizeisprecherin Carina Lerch.

Bereits in den Tagen zuvor war es der Polizei zufolge auf der Buchmesse "zu vereinzelten Provokationen zwischen 'politisch links' und 'politisch rechts' gerichteten Besucherinnen und Besuchern und Standbetreibern" gekommen. "In einem Fall endete die Provokation in einer tätlichen Auseinandersetzung."

Dass Verlage der sogenannten neuen Rechten in Frankfurt ausstellen durften hatte bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Auch nach den Auseinandersetzungen verteidigten der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Frankfurter Buchmesse diese Entscheidung. "Die Frankfurter Buchmesse lebt von der Vielfalt der Meinungen und ist ein Ort des freien Dialogs."

Gewalt verhindere den Austausch von politischen Positionen. "Wir werden sie als Mittel der Auseinandersetzung nicht zulassen."

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen