Mann vor Wahllokal in Dominikanischer Republik erschossen

·Lesedauer: 2 Min.
Präsidentschafskandidat Castillo

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in der Dominikanischen Republik sind von einem tödlichen Streit überschattet worden. Ein Mann sei vor einem Wahllokal in der Hauptstadt Santo Domingo erschossen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Der Täter habe während eines Wortgefechts zwischen Anhängern verschiedener Parteien das Feuer eröffnet und sein Opfer getötet. Ein zweiter Mann wurde den Angaben zufolge verletzt. Der Verdächtige konnte fliehen. Schon bei der Kommunalwahl im Februar war es in dem Karibikstaat zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Zwei Menschen wurden damals erschossen.

In der Dominikanischen Republik wurde am Sonntag einen neuer Präsident gewählt. Rund 7,5 Millionen Bürger waren aufgerufen, den Nachfolger des scheidenden Staatschefs Danilo Medina zu bestimmen. Außerdem waren bei der Wahl 32 Senatssitze und 190 Mandate im Unterhaus neu zu vergeben. Die Wähler entschieden außerdem über die 20 Vertreter ihres Landes im Zentralamerikanischen Parlament.

Die Favoriten für das Präsidentenamt stammen beide aus dem Mitte-links-Lager: Luis Abinader von der oppositionellen Modernen Revolutionären Partei (PRM) lag in den letzten Umfragen vor Gonzalo Castillo von der regierenden Dominikanischen Befreiungspartei (PLD). Amtsinhaber Medina kann nach zwei Mandaten nicht mehr kandidieren. Sollte keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erlangen, wird am 26. Juli ein zweiter Wahlgang angesetzt.

Die Wahl war ursprünglich schon für Mitte Mai geplant, wegen der Corona-Pandemie wurde sie aber verschoben. Der Chef der Wahlkommission, Julio César, rief die Bürger am Sonntag zur Stimmabgabe auf und mahnte zugleich die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln an.

In dem Karibikstaat breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Bislang wurden nach offiziellen Angaben mehr als 36.000 Infektionen registriert, 786 Menschen starben. Die Dominikanische Republik, die stark vom Tourismus abhängig ist, ist eine der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Region. Durch die Pandemie droht sie nach Angaben der Weltbank jedoch wieder in die Armut abzurutschen.