Bürki patzt: Schwacher BVB steht vor frühem Aus

BVB-Torhüter Roman Bürki leitete mit zwei Patzern die APOEL-Führung ein

Blamabler Auftritt, kaum noch Hoffnung: Nach einem doppelten Torwartfehler von Roman Bürki droht Borussia Dortmund in der Champions League ein schmähliches Vorrunden-Aus.

Der unerklärlich schwache Bundesliga-Spitzenreiter kam bei APOEL Nikosia am dritten Gruppenspieltag nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus, das ihm kaum weiterhilft.

Bosz nimmt Bürki in Schutz

"Das Resultat ist enttäuschend. Wir haben gut angefangen, aber kein Tor gemacht. Danach wurde das Spiel langsamer und schlechter. Wir haben nicht schnell genug gespielt", sagte BVB-Trainer Peter Bosz bei Sky und nahm seinen Keeper in Schutz: "Roman hat der Mannschaft in dieser Saison schon oft geholfen. Die Mannschaft wird es ihm nicht vorwerfen."

Für den Einzug ins Achtelfinale benötigt der BVB trotz des ersten Punktes in der schwierigen Gruppe mit Real Madrid und Tottenham Hotspur ein kleines Wunder - und wahrscheinlich einen Sieg beim Titelverteidiger Real am letzten Spieltag.

Bürki patzt doppelt - BVB mit Alu-Pech

Wie das gelingen soll, ist schwer vorstellbar. Ohne Präzision und Ideen schafften es die Dortmunder vor 15.000 Zuschauern im kleinen GSP-Stadion nicht, die spielerisch limitierten, aber kampfstarken Zyprer klar zu beherrschen. Der ohnehin kritisierte Torhüter Bürki spielte vor dem 0:1 durch Mickael Pote (62.) erst einen fatalen Fehlpass und ließ dann einen Schuss vor die Füße des Torschützen prallen.

Sokratis köpfte den Ausgleich (67.), Shinji Kagawa traf für Dortmund nur die Querlatte (68.). Pierre-Emerick Aubameyang scheiterte in der Nachspielzeit am Pfosten, Bartra setzte den Nachschuss in die Wolken (90.+3).

Den genesenen Kapitän Marcel Schmelzer (Außenbandteilriss) nach fünf Wochen wieder aufstellen zu können, linderte immerhin Peter Boszs Personalnot auf den Außenpositionen. Der Linksverteidiger nahm seinen Stammplatz ein, dennoch musste rechts hinten ein Innenverteidiger aushelfen: Marc Bartra. Zudem rückten Kagawa, Christian Pulisic und Julian Weigl im Vergleich mit dem ernüchternden 2:3 gegen RB Leipzig am Samstag in die Startelf.

BVB-Offensive zunehmend ideenlos

Kagawa leitete mit einem Steilpass auch eine erste Torchance ein - dass Andrey Yarmolenko sie vergab (4.) und Kagawa selbst über das Tor schoss (13.), nahm dem BVB die Gelegenheit, ein Geduldsspiel zu verhindern. So igelte sich der zyprische Rekordmeister (26 Titel) und -pokalsieger (21) mit bis zu sechs Spielern auf einer Linie ein, die Dortmunder hatten sehr viel Ballbesitz, machten daraus aber sehr wenig.

Nach einer ordentlichen Anfangsphase fiel der Dortmunder Offensive kaum mehr etwas ein. Sollte es schnell gehen, waren die Anspiele zu schwach, hatte sich APOEL aufgestellt, gab es kein Durchkommen. Das Spiel war auf holprigem Rasen in allen Belangen zäh bis unansehnlich. Efstathios Aloneftis, einst bei Energie Cottbus, hätte bereits vor der Pause das 1:0 erzielen können (35.), sein Schuss wurde geblockt. Dass Aloneftis der beste Spieler der ersten Halbzeit war, sagte alles über die schwache Dortmunder Leistung.

APOEL-Keeper muss verletzt raus

APOEL musste kurz vor der Halbzeitpause den früheren Aachener Torhüter Boy Waterman wegen einer Handgelenksverletzung auswechseln - er hatte nicht viel zu tun gehabt, war jedoch sehr schmerzhaft mit Pierre-Emerick Aubameyang zusammengeprallt. Der gabunische Torjäger nahm ansonsten lange kaum am Spiel teil.

Nach der Pause startete der BVB auf niedrigem Niveau zumindest etwas schwungvoller. Gegen zwei dichte Viererketten war es aber weiter schwierig, in die Tiefe zu kommen - viele längere Passfolgen endeten ohne jeden Raumgewinn, Nikosia stand souverän. Das 0:1 durch den früheren Dresdner Pote riss die Gäste immerhin aus ihrer Lethargie, brisante Szenen im gegnerischen Strafraum häuften sich. 

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