Büro von Ex-Mitarbeiter des AfD-Abgeordneten Krah im EU-Parlament durchsucht

Im Zusammenhang mit Vorwürfen der Einflussnahme aus Russland haben Ermittler am Mittwoch das Büro eines Ex-Mitarbeiters des AfD-Abgeordneten Maximilian Krah im Europaparlament durchsucht. (FREDERICK FLORIN)
Im Zusammenhang mit Vorwürfen der Einflussnahme aus Russland haben Ermittler am Mittwoch das Büro eines Ex-Mitarbeiters des AfD-Abgeordneten Maximilian Krah im Europaparlament durchsucht. (FREDERICK FLORIN)

Im Zusammenhang mit Vorwürfen der Einflussnahme aus Russland haben Ermittler am Mittwoch das Büro eines Ex-Mitarbeiters des AfD-Abgeordneten Maximilian Krah im Europaparlament durchsucht. Die Behörden durchsuchten nach Angaben aus Ermittlungskreisen Büros von Guillaume P. in Brüssel und Straßburg sowie an seinem privaten Wohnsitz in Brüssel. Die belgische Staatsanwaltschaft teilte mit, die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit dem russischen Propaganda-Netzwerk um die Webseite "Voice of Europe".

Über das Internetportal mit Sitz in Prag soll nach Berichten des "Spiegel" und der tschechischen Zeitung "Denik N" Geld für pro-russische Äußerungen an europäische Politiker geflossen sein. In diesem Zusammenhang wurden auch Vorwürfe gegen den AfD-Abgeordneten und Spitzenkandidaten Krah sowie den Listenzweiten Petr Bystron laut, gegen sie laufen auch in Deutschland Ermittlungen. Beide bestreiten die Annahme russischer Gelder.

Auch der Name des ehemaligen Krah-Mitarbeiters Guillaume P. fiel bereits im Zusammenhang mit "Voice of Europe". Der Franzose war zwischen 2019 und 2022 im Büro des AfD-Abgeordneten Krah beschäftigt. In diesen Zeitraum fällt nach Recherchen des "Spiegel" etwa ein mutmaßliches Treffen Krahs und Bystrons mit dem mutmaßlichen Verantwortlichen der "Voice of Europe"-Plattform, Viktor Mewedtschuk, in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Krahs Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, da P. bereits seit zwei Jahren nicht mehr im Büro des AfD-Abgeordneten arbeite, "gehen wir davon aus, dass wir davon nicht betroffen sind". Sein Büro hatte den Franzosen 2022 entlassen. Aus Ermittlungskreisen hieß es allerdings, Hauptgegenstand der Durchsuchungen sei die ehemalige Tätigkeit für Krah.

Guillaume P. arbeitet inzwischen als Assistent des niederländischen Abgeordneten Marcel de Graaff, der Medienberichten zufolge bereits in Affären um russische Einflussnahme verwickelt war. In der Vergangenheit war der Franzose mit antisemitischen Äußerungen und Bildern aufgefallen. 2019 wurde er nach einem solchen Vorfall aus der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung, RN) von Marine Le Pen ausgeschlossen.

Anfang des Monats hatten die Behörden bereits die Räume des inzwischen verhafteten Krah-Mitarbeiters Jian G. durchsucht, dem Spionage für China vorgeworfen wird. Die AfD-Parteispitze hat ihren Spitzenkandidaten Krah mit einem Auftrittsverbot für Parteiveranstaltungen belegt und schloss ihn größtenteils vom Wahlkampf aus.

jhm/ju