Baby-Premiere im US-Senat

US-Senatorin Tammy Duckworth mit Baby Maile

Maile hat seelenruhig geschlafen und dennoch für Trubel gesorgt: Denn die erst zehn Tage alte Tochter der demokratischen US-Senatorin Tammy Duckworth war am Donnerstag (Ortszeit) das erste Baby, das bei einer Abstimmung in der Kongresskammer dabei war. Duckworth, die bei einem Militäreinsatz im Irak beide Beine verloren hat, hielt das Neugeborene auf ihrem Schoß, als sie zur Abstimmungsurne rollte. Ihre Kollegen applaudierten begeistert.

Bei dem Votum ging es um den neuen Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Duckworth votierte gegen James Bridenstine, der in der Vergangenheit weniger als Raumfahrtexperte denn als Unterstützer des heutigen US-Präsidenten Donald Trump aufgefallen war. Am Ende segnete der Senat die Personalie knapp mit 50 zu 49 Stimmen ab.

Die Abstimmung mit ihrer kleinen Tochter sei "ziemlich bezaubernd" gewesen, sagte Duckworth anschließend vor Journalisten. Alle Senatoren, auch der Chef der Republikaner in der Kongresskammer, Mitch McConnell, hätten sie mit ihrer Tochter "sehr herzlich" empfangen.

Die 50-jährige Duckworth ist die erste US-Senatorin, die während ihres Mandats ein Kind zur Welt brachte. Bei ihrer Rückkehr in den Kongress profitierte sie von einer Änderung der strengen Regeln für die Abstimmungen im Senat, die am Mittwoch beschlossen wurde: Kinder von Senatoren dürfen in ihren ersten zwölf Lebensmonaten nun mit ins Plenum. Die Mitglieder des US-Repräsentantenhauses dürfen ihre Kinder schon seit längerem mitbringen.

Duckworth hatte im November 2004 im Irak beide Beine verloren, als Aufständische den Hubschrauber abschossen, den sie als Co-Pilotin flog. 2012 zog die Tochter einer Thailänderin und eines US-Bürgers ins US-Repräsentantenhaus ein, 2016 wechselte sie in den Senat.

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