Bagdad erwartet Entsendung von US-Delegation zu Vorbereitung von Truppenabzug

Präsident Trump im Dezember bei einem Besuch von US-Truppen im Irak

Die irakische Regierung erwartet von Washington Vorbereitungen für den Abzug der 5200 US-Soldaten, die im Irak stationiert sind. Der geschäftsführende Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi forderte US-Außenminister Mike Pompeo in einem Telefonat am Donnerstagabend auf, eine Delegation nach Bagdad zu entsenden, die den Abzug organisieren solle, wie Mahdis Büro mitteilte. Mahdi habe dabei auf den Beschluss des irakischen Parlaments zur Ausweisung der US-Soldaten verwiesen.

Mahdi forderte demnach die Entsendung von US-Vertretern, die "die notwendigen Mechanismen für die Umsetzung der Parlamentsentscheidung für einen sicheren Abzug der Truppen aus dem Irak" vorbereiten sollten. Die Aufforderung zum Truppenabzug wird von Bagdad damit begründet, dass die USA die "Souveränität" des Irak verletzt hätten.

Der Vorwurf begründet sich vor allem auf den von US-Präsident Donald Trump angeordneten Drohnenangriff, bei dem am Freitag vergangener Woche der iranische General Kassem Soleimani und sein irakischer Kollege Abu Mehdi al-Muhandis in Bagdad getötet worden waren. Eine Woche zuvor waren bei einem Angriff auf pro-iranische Einheiten im Irak bereits 25 Kämpfer getötet worden.

Die US-Truppen sind auf der Grundlage einer Vereinbarung mit der irakischen Regierung aus dem Jahr 2014 im Land, bei der es um den internationalen Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geht. Diese Vereinbarung wurde vom Parlament in Bagdad nie befürwortet. Iraks Parlament hatte am Sonntag in einer Resolution alle ausländischen Truppen im Irak zum Abzug aufgerufen.