Deutsche Bahn bietet Lokführergewerkschaft 1,5 Prozent mehr Lohn

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Die Tarifverhandlungen zwischen Deutscher Bahn (DB) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sind am Montag in die dritte Runde gegangen. "Wir haben der GDL-Spitze heute ein Angebot unterbreitet, das der wirtschaftlichen Lage Rechnung trägt und sozial verantwortlich ist", erklärte der DB-Personalvorstand Martin Seiler. Mit 1,5 Prozent Lohnsteigerung liegt es aber deutlich unter den Forderungen der Gewerkschaft.

Die GDL verlangt unter anderem eine Lohnerhöhung um 4,8 Prozent rückwirkend zum 1. März und eine Corona-Prämie von 1300 Euro. Die Bahn bot neben der Lohnerhöhung von 1,5 Prozent mit einer Laufzeit bis Februar 2023 auch eine Regelung zur betrieblichen Altersvorsorge mit einem Arbeitgeberbeitrag von 3,3 Prozent an. Dazu komme ein betriebsbedingter Kündigungsschutz.

"Sicherheit, Perspektiven und Lohnerhöhungen: Das ist die Maxime die wir anbieten können in diesen schwierigen Zeiten", erklärte Seiler. Die Gewerkschaft wolle nun bis zum 24. Mai intern in ihren Gremien über das Angebot beraten.

Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die mit der GDL in Konkurrenz steht, hatte die Bahn sich bereits im vergangenen September geeinigt - mit einer Lohnerhöhung von 1,5 Prozent seit Januar, Kündigungsschutz bis 2023 und der Zusage von jährlich 18.000 Neueinstellungen 2021 und 2022.

Die Bahn schlug der GDL am Montag erneut Gespräche über ein "geregeltes Miteinander" mit beiden Gewerkschaften vor. Ziel der DB bleibe wie in den zurückliegenden Jahren "ein geordnetes Nebeneinander beider Gewerkschaften".

Hintergrund hier ist der Streit um das seit Januar geltende Tarifeinheitsgesetz (TEG). Bei konkurrierenden Tarifabschlüssen sind für dieselbe Berufsgruppe in einem Betrieb die Vereinbarungen mit der Mehrheitsgewerkschaft gültig - GDL und EVG verhandeln teilweise aber für die gleichen Berufsgruppen.

Eine tarifliche Vereinbarung, die in der Vergangenheit garantierte, dass für diese Berufsgruppen die Regelungen beider Gewerkschaften angewandt wurden, lief Ende 2020 aus. Die DB hatte beiden Gewerkschaften Gespräche über eine Vereinbarung zu einer geordneten Koexistenz angeboten; beide Gewerkschaften lehnten solche trilateralen Gespräche aber ab.

Auf die Frage nach möglichen Streiks sagte Seiler am Montag, wer "in diesen Zeiten ernsthaft über Streik spricht, der verkennt die wirkliche Situation draußen". Die Beschäftigten erwarteten Lösungen, die Reisenden wollten wieder mehr verreisen. "Ich glaube, jetzt geht es darum, solidarisch gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die in diese Zeit passen." Nun sei die GDL gefordert, "Verantwortung zu übernehmen und Verantwortung zu zeigen", erklärte Seiler.

fho/ilo