Bahn wirbt mit neuen Sprinterverbindungen um Fluggäste

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ICE der Deutschen Bahn (AFP/THOMAS KIENZLE)

Mehr Verbindungen und kürzere Fahrtzeiten: Mit neuen Sprinterangeboten will die Deutsche Bahn verstärkt Inlandsflügen Konkurrenz machen. Auf acht der zehn stärksten innerdeutschen Flugstrecken biete die Bahn künftig eine "schnelle und umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug", teilte der Konzern am Donnerstag zum Fahrplan 2022 mit. Demnach soll unter anderem zwischen Berlin und Köln künftig dreimal täglich ein Sprinter in unter vier Stunden fahren - eine halbe Stunde schneller als bisher.

Mit "neuen Sprinterverbindungen am Tagesrand" wirbt die Bahn dabei auch um Geschäftskunden. So sei es möglich, "morgens frühere Termine wahrzunehmen und abends wieder Zuhause zu sein". Neue schnelle Verbindungen soll es unter anderem zwischen Berlin und München und zwischen Hamburg über Hannover zum Frankfurter Flughafen geben.

Der neue Fahrplan der Bahn gilt ab dem 12. Dezember. Ab dann gibt es auch eine neue Fernverkehrslinie im Zweistundentakt zwischen Dortmund beziehungsweise Münster über Siegen mit Frankfurt am Main. Einmal am Tag verkehre dabei ein Zug auch über Münster hinaus bis Norddeich Mole, erklärte die Bahn. So hätten Fahrgäste aus Hessen einen neuen Anschluss an die Fähre auf die Nordseeinseln Norderney und Juist.

Außerdem gibt es künftig mehr Direktverbindungen. So wird nach Konzernangaben etwa Bremerhaven direkt mit einem Intercity aus dem Rheinland oder Ruhrgebiet erreichbar. Die zweistündliche ICE-Linie München-Stuttgart-Frankfurt Flughafen-Köln-Dortmund fährt künftig weiter nach Hamburg. Damit könnten Reisende aus Münster, Osnabrück und Bremen rund eine Stunde schneller umstiegsfrei zum Beispiel zum Frankfurter Flughafen und nach Stuttgart gelangen, führte die Bahn weiter aus. Eine Sprinterverbindung zwischen Köln und Hamburg wird bis Lübeck verlängert.

Neue Direktverbindungen gibt es auch zwischen Berlin, Greifswald, Stralsund und Rügen. Außerdem wird das Ostseebad Warnemünde nach Bahn-Angaben künftig ganzjährig täglich mit einem Intercity umsteigefrei zum Beispiel aus Leipzig, Halle, Magdeburg, Stendal, Ludwigslust und Schwerin erreichbar - bislang gab es das nur im Sommer oder am Wochenende.

Zudem sollen künftig zwei neue Nachtzüge insgesamt 15 deutsche Städte mit dem europäischem Nachtzugnetz verbinden. So könnten Reisende nicht nur wertvolle Reisezeit und mögliche Übernachtungskosten sparen, sondern seien auch klimafreundlich unterwegs.

Um einer steigenden Zahl der Fahrgäste gerecht zu werden, will die Bahn im kommenden Jahr außerdem mehr ICE 4 einsetzen, die 918 Reisende transportieren können. So soll schrittweise der IC ersetzt werden. Der XXL-ICE könne "fünfmal so viele Menschen befördern wie ein Mittelstreckenflugzeug", warb das Unternehmen.

"Wir wollen noch mehr Bahn in der Fläche Deutschlands", erklärte Bahn-Fernverkehrschef Michael Peterson. Selten sei "Klimaschutz so einfach und angenehm" gewesen.

Mit dem neuen Fahrplan erhöht die Bahn zugleich auch die Preise. Wie der Konzern bereits Anfang des Monats bekanntgegeben hatte, steigen sie zum Fahrplanwechsel um durchschnittlich 1,9 Prozent im Fernverkehr. Die Preissteigerungen liegen laut Konzern damit "deutlich" unter der Inflationsrate von aktuell 4,1 Prozent. Fahrkarten für den neuen Fahrplan gibt es ab dem 13. Oktober.

jm/hcy

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