Bahnhof, Stachus, Nußbaumpark - Hier liegen Münchens Kriminalitätsbrennpunkte

Ralph Hub

Diebstahl, Schlägereien, Bettler, Alkohol und Drogen. Die Polizei versucht, verlorenen Boden zurückzuerobern.

München - Ein gepflegtes Wohnviertel wird die Gegend um den Hauptbahnhof nie, da gibt man sich im Polizeipräsidium keinerlei Illusionen hin. Tag für Tag sind eine halbe Million Menschen unterwegs. Die Gesamtkriminalität nahm um 52,6 Prozent auf 4.058 Fälle zu. Wer regelmäßig zwischen dem Alten Botanischen Garten, Stachus, Hauptbahnhof und Sendlinger Tor unterwegs ist, stellt fest, dass sich die Zustände verschlechtern.

Am Bahnhofsvorplatz tummeln sich Männer und Frauen mit Bierflaschen. Morgens beginnt ihr Besäufnis, mit dem Promillespiegel steigt das Aggressionspotential. Seit Kurzem gilt im Hauptbahnhof zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ein Alkoholverbot. Von Mitte März bis Mitte April wurden 233 Personen angezeigt. Mehr als zwei Drittel der nachts verübten Gewaltdelikte geschehen im Suff.

Immer öfter werden Polizisten zu Schlägereien gerufen. Die sogenannten Rohheitsdelikte stiegen laut dem am Freitag vorgestellten Sicherheitsreport 2016 auf 533 Fälle, ein Plus von 212 Delikten. Macht ein sattes Plus von 66 Prozent im Vergleich zu 2015. Bei gefährlicher oder schwerer Körperverletzung gab es 130 Fälle (+ 43 Delikte, eine Steigerung innerhalb eines Jahres um 39,1 Prozent). Beim Hausfriedensbruch sieht es noch düsterer aus: 161 Fälle zusätzlich, aktuell 309 Anzeigen. Macht ein Plus von 108,8 Prozent.

Bahnhofsviertel: Die Polizei hält mit Kontrollen und mehr Streifen dagegen

Der südliche Zugang zum Hauptbahnhof an der Bayerstraße. In diesem Bereich spricht die Polizei von Verwahrlosungstendenzen. Foto: dpa

Geschäftsleute beschweren sich über zunehmende Diebstähle. Egal ob in Kaufhäusern, Läden oder an Imbissständen, die Langfinger sind überall. 1.125 Fälle wurden 2016 angezeigt, 236 Taten mehr als im Vorjahr (+26,5 Prozent). Bei den Rauschgiftdelikten beträgt das Plus 92,5 Prozent. 1.078 Verstöße, plus 518 Fälle.

Damit entfällt beinahe ein Drittel des Gesamtstraftatenanstiegs in der Stadt (+ 4693 Fälle) allein auf den Bereich des Hauptbahnhofs. Beinahe die Hälfte des Anstiegs aller Rohheitsdelikte (+ 456 Fälle) wird durch die höheren Fallzahlen am Hauptbahnhof verursacht (+ 212 Fälle) – so der Report. "Wir müssen den Bereich im Fokus behalten", sagt der Leiter der Abteilung Verbrechensbekämpfung im Präsidium, Kriminaldirektor Stefan Kastner.

Der Bahnhofsvorplatz ist wegen der Baustelle besonders unübersichtlich.
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