Baldige Leitzins-Senkung? - Aufatmen an der Wall Street? Powell deutet entspanntere Wirtschaftslage an

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Fed-Chef Jerome Powell.Susan Walsh/AP

Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell sieht die US-Wirtschaft nicht mehr als überhitzt an. Das wäre eine wichtige Voraussetzung für baldige Leitzins-Senkungen. Powell betont vor dem US-Senat aber, dass weitere Risiken für eine hartnäckige Inflation bestehen.

Die US-Wirtschaft sei „nicht mehr überhitzt“ und der Arbeitsmarkt habe sich von den extremen Bedingungen der Pandemie erholt, sagte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell vor dem US-Senat am Dienstag. Der Notenbanker betonte laut Reuters.com allerdings, es existierten weiterhin Risiken, auch wenn die alleinige Fokussierung auf die Inflation vorbei sei.

Damit meint Powell wohl den deutlichen Anstieg der Arbeitskosten, wenngleich dieser zuletzt etwas zurückging. Außerdem stiegen die Dienstleitungskosten stärker, als es die Fed für akzeptabel hält. Powell erklärte laut dem Bericht, dass er derzeit keine Aussagen über den Zeitpunkt künftiger Zinssenkungen machen könne. Einen solchen Schritt erhoffen sich viele Anleger in naher Zukunft, weil sinkende Zinsen Börsenanlagen lukrativer machen.

Fed will Inflation auf zwei Prozent drücken

Die US-Notenbank Fed strebt eine Senkung der Inflation auf zwei Prozent an. Aktuell liegt der Wert bei 3,1 Prozent, ihren Höhepunkt hatte die Inflation im Juni 2022 mit 9,1 Prozent.

US-Leitzins aktuell bei 5,25 bis 5,50 Prozent

Der US-Leitzins liegt seit Juli 2023 in einem Korridor von 5,25 bis 5,50 Prozent. Fed-Chef Powell hatte wiederholt geäußert, dass er weitere Inflations-Rückgänge sehen wolle, bevor eine Leitzins-Senkung beschlossen werde.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat diesen Schritt hingegen bereits vollzogen. Auf ihrer Sitzung am 6. Juni senkten die Notenbanker den Leitzins von 4,5 auf 4,25 Prozent. Die Inflation liegt derzeit bei 2,5 Prozent.

In Großbritannien liegt der Leitzins seit März 2024 bei 5,25 Prozent.