Glamouröse Bambi-Preisverleihung in Düsseldorf

Salma Hayek schwärmt vom deutschen Publikum

Viel Glamour, viel Prominenz und manche ernste Zwischentöne: Die Bambi-Gala am Donnerstagabend in Düsseldorf war eine zwar manchmal längliche, aber durchaus an Facetten reiche Show. Das größte Kompliment kam vom Hollywood-Star Salma Hayek: "Vielen, vielen Dank, Ihr seid so wichtig für mich, ich weiß gar nicht, ob Ihr das wusstet", schwärmte die mexikanische Schönheit über das deutsche Publikum.

Der Bambi wird seit 1948 als Medienpreis verliehen, seit 1963 ist der Münchner Burda-Verlag federführend. Ganz im Bambi-Stil mischten sich zur Gala in Düsseldorf internationale Größen wie der kanadische Popstar Céline Dion und Hayek mit einem Querschnitt der prominentesten deutschen Schauspieler.

Von diesen konnte besonders Alina Levshin jubeln. Diese bekam das goldene Reh gleich für ihre erste Kinohauptrolle in dem Film "Kriegerin" und stach damit etablierte Stars wie Barbara Auer oder Martina Gedeck aus. Bei den Männern gewann Ulrich Tukur für seine Hauptrolle in "Rommel". Das Publikum wählte die Literaturverfilmung "Der Turm" zum beliebtesten Fernsehfilm, die Jury machte "Türkisch für Anfänger" zum Preisträger der Kategorie Film national.

Mehrere der Bambi-Preisträger standen bereits im Vorhinein fest, so etwa die kanadische Popsängerin Dion oder die britische Boygroup One Direction. Joachim Fuchsberger bekam den Bambi für sein Lebenswerk. In seiner launigen Dankesrede bewarb sich Fuchsberger um ein "Bambi-Abo", wie es Burda dem Ende vergangenen Jahres mit 108 Jahren verstorbenen Entertainer und Schauspieler Johannes Heesters gegeben habe. Heesters hatte in seinen letzten Lebensjahren mehrmals den Preis erhalten. "Wir können darüber reden, ich bin auch bald soweit", sagte der 85-jährige Fuchsberger. Seine Frau Gundel wurde noch mit einem Überraschungs-Bambi ausgezeichnet.

Fuchsberger erhielt ebenso stehende Ovationen wie Ruth Pfau, die in der Kategorie Stille Helden den Preis gewann. Die 83-Jährige kümmert sich seit Jahrzehnten in Pakistan um Leprakranke. Sie sprach den Promis ins Gewissen. "Sie wissen sicher, dass Ihre Welt nicht meine Welt ist", sagte Pfau. Wenn sie aber nun in diese Promi-Welt gelassen werde, würden gleichzeitig die 58 Prozent der Menschen in Pakistan, die hungern, in diese Welt geholt. Sie hoffe nun, dass durch ihren Auftritt etwas entstehe und "wenigstens ein wenig" in der Not geholfen werde.

Pfau gehörte zu den Preisträgern, die in der glänzenden Showwelt für die Zwischentöne sorgten. Dazu zählte auch der Berliner Rabbiner Daniel Alter, der mit dem Integrations-Bambi ausgezeichnet worden war. Alter war im August in Berlin vor den Augen seiner Tochter zusammen geschlagen worden und kämpft seither interreligiös gegen Diskriminierungen. Im vergangenen Jahr hatte die Verleihung des Integrations-Bambi an den Rapper Bushido noch für einen Skandal gesorgt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Tina K., deren Bruder Jonny vergangenen Monat auf dem Berliner Alexanderplatz zu Tode geprügelt wurde. Auch Tina K. setzt sich seither für ein friedliches Miteinander ein.

Auch der österreichische Weltall-Springer Felix Baumgartner bekam das Rehkitz. Baumgartner erhielt den Millenium-Bambi, der erst seit 2009 vergeben wird. "Jetzt bin ich mindestens genauso aufgeregt wie bei meinem Sprung aus der Stratosphäre", sagte Baumgartner.

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