Bangladesch stoppt Pläne zur Milchspende an Babys nach Kritik von Muslimen

Milchbank in Nairobi

Ein Krankenhaus in Bangladesch hat wegen des Protests muslimischer Geistlicher seine Pläne zur Spende von Muttermilch an Babys gestoppt. Das Programm zielte darauf ab, bis zu 500 Waise und Babys berufstätiger Müttern in dem mehrheitlich muslimischen Land zu ernähren. Nach Auffassung der konservativen Kleriker verstoßen Milchbanken jedoch gegen islamisches Recht.

Sie fürchten unter anderem, dass zwei Babys Muttermilch von derselben Frau trinken und später heiraten könnten. "Ihre Ehe und Nachkommenschaft wären illegal", sagte Gazi Ataur Rahman, ein Sprecher der einflussreichen Partei Islami Andolan.

Der prominente Geistliche Fariduddin Masoud forderte, die Behörden sollten herausfinden, wie andere Nationen mit mehrheitlich muslimischer Bevölker wie etwa Pakistan, Iran, Irak und Malaysia mit Milchbanken verfahren. "Wir sollten uns zusammensetzen, um eine Lösung zu finden", sagte er. Die oberste islamische Führung hat bislang noch keine Entscheidung in der Frage getroffen.

Die Milchbank in Dhaka sollte diesen Monat eröffnet werden. Wegen der "weit verbreiteten Kritik" sei das Programm nun auf unbestimmte Zeit verschoben worden, sagte Projektkoordinator Mojibur Rahman. Er wies darauf hin, dass das Krankenhaus strenge Sicherheitsvorkehrungen für das Programm getroffen habe. "Wir bewahren die Milch getrennt auf und notieren die Identität der Spenderinnen", sagte er am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Auch Kinderärzte hatten die Einrichtung der Milchbank unterstützt. Sie sei notwendig, um das Leben von Kindern zu retten und ihr Wachstum zu unterstützen. Viele Kinder in Bangladesch leiden an Unterernährung und damit verbundener Unterentwicklung.