Banküberfall: Der Rentner-Räuber (70), die Ganovenehre und das Klapprad

Bankräuber Michael Jauernick zeigt sich als empathieloser Selbstdarsteller.

Die Show geht weiter: Auch beim zweiten Verhandlungstag posiert Serienbankräuber Michael Jauernik (70) vor den Fotografen, die Haltung aufrecht, im hellen Jackett, die Sonnenbrille im Gesicht. Von seinen bisherigen Taten erzählt er wie ein Romanheld, präsentiert einen alten MOPO-Artikel über Banker, die Milliarden für Pensionen bunkern: Die seien ja viel schlimmer als er. Er würde ja nur Banken bestehlen.

Der 70-Jährige legt Wert auf seine Ganovenehre, wird ein Polizeizeuge später sagen.

Dem eleganten Senior werden schwere räuberische Erpressung und versuchter Mord vorgeworfen: 2017 hat er laut Anklage auf einen Bankangestellten geschossen, der sich völlig passiv verhalten habe. Der Mitarbeiter wurde am Bauch getroffen und notoperiert. Verteidigt wird er von Star-Anwalt Gerd Strate.

Zu Beginn von Jauerniks Aussage geht es jedoch nur um den letzten Anklagepunkt, den Raub im Januar 2019, nach dem er festgenommen wurde. „Ich kann ja nicht leugnen, was passiert ist“, beginnt der Angeklagte seine Schilderungen.

In den vergangenen Jahren habe er sehr bescheiden in Kiel gelebt, sei viel Fahrrad gefahren und kaum in Restaurants gegangen. Steuern und Versicherung für...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo