Bär musste sterben, weil Touristen Selfies mit ihm machten

Der junge Schwarzbär musste erschossen werden, weil er sich zu sehr an Menschen gewöhnt hatte. (Foto: Washington County Sheriff's Office)

In einem US-amerikanischen Naturpark nahe Portland, Oregon wurde ein Schwarzbär erschossen, nachdem Touristen ihm immer wieder zu nahe gekommen waren.

Immer wieder war ein junger Schwarzbär an dem häufig frequentierten Steg im Henry Hagg Lake nahe Portland in den vergangenen Wochen gesichtet worden. Der Bär wurde zu einer kleinen Attraktion, Touristen brachten Futter für ihn mit und mehrere Besucher machten sogar Selfies mit dem Bären, um sie auf Sozialen Netzwerken zu posten. Nachdem Touristen den Bären zum wiederholten Male gefüttert hatten, mussten die Beamten des Oregon Department of Fish and Wildlife eine harte Entscheidung treffen.

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Als Biologen der Behörde den kleinen Schwarzbär nahe des Parkeingangs antrafen, erschossen sie ihn. Die Begründung: Durch die Gewöhnung an Menschen hätte der Bär sehr schnell zu einer echten Gefahr für Besucher des Scoggins Valley Parks werden können. “Dies ist genau der Grund, warum wir den Menschen immer wieder sagen, dass sie keine Bären füttern sollen”, sagte der Biologe Kurt Licence. “Wahrscheinlich hatten diejenigen, die Futter für den Bären hinterließen, keine schlechten Absichten, aber Bären sollten niemals, wirklich niemals gefüttert werden”, so Licence weiter. Die wilden Tiere seien komplett in der Lage, sich selbst zu versorgen und vieles von dem “Menschenfutter” sei sogar sehr ungesund für sie. Im Fall dieses jungen Bären endete die Nähe zum Menschen tödlich.

Schon vor einigen Tagen hatten die Behörden Besucher des Hagg Lakes gebeten, sich von dem Bären fernzuhalten. Da versuchten sie offenbar noch, ihn in abgelegenere Gebiete zu treiben.

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Auf die Nachricht, dass der Bär erschossen wurde, bekam das Washington County Sheriff’s Office (WSCO) zahlreiche Beschwerdeanrufe und Vorwürfe auf Twitter zu hören. User warfen den “knarrenverliebten” Rangern vor, den Schwarzbären aus purer Mordlust getötet zu haben. “Das ist eine schlechte und traurige Entscheidung.” schrieb ein User. Andere regten sich deutlich mehr auf: “Wie könnt ihr nur nachts schlafen? Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten!” Im Dialog mit den Usern rechtfertigte das WSCO seine Entscheidung erneut: “Eine Umsiedlung war in diesem Fall keine Option. Menschen sollten Bären nicht füttern. Es ist eine sehr traurige Situation.”

Tatsächlich gelten Bären, die sich einmal an menschliche Nähe und Zuneigung gewöhnt haben, laut Studien als deutlich gefährlicher für Menschen, besonders, nachdem sie umgesiedelt wurden.

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