Barcelona/Augusta: Krönung des Unvollendeten

Nach Jahren des kuriosen Scheiterns gewinnt der Golfer Sergio García erstmals das US Masters in Augusta

Barcelona/Augusta. Breiter kann ein Champion nie gegrinst haben, als er den wohl schrägsten Zeremoniensaal des Weltsports betrat. Das grüne Jackett und die ersten Worte des Siegers gibt es beim US Masters traditionell in der "Butler Cabin", einem nobelkitschig aufgepeppten Fernsehstudio mit Mahagonistühlen und loderndem Kaminfeuer. Sergio García hatte hier 1999 schon einmal gesessen, als bester Amateur durfte er zusehen, wie seinem spanischen Landsmann José María Olazábal in die heiligste Reliquie des Golfsports gekleidet wurde. García war 19 und bereit, die Welt zu erobern, ein Jahrhunderttalent, der europäische Tiger Woods. Niemand hätte damals gedacht, dass es 18 Jahre dauern würde, bis er wieder in diesen Raum käme.

Zuletzt hat dann niemand mehr geglaubt, dass er ihn überhaupt noch einmal von innen sehen würde. In 73 Starts bei den vier großen Turnieren hatte sich García eindrucksvoll das bittersüßeste Etikett des Golfsports erspielt: bester Spieler ohne Majorsieg. 22 Mal endete er bei einem Grand Slam in den Top Ten, vier Mal allein als Zweiter. Manchmal spielte ein anderer das Golf seines Lebens, meistens vermasselte er es selbst durch seine Putts. Schon vor sieben Jahren nahm er sich frustriert eine Auszeit und flirtete mit dem Karriereende. Vor fünf Jahren erklärte er an selber Stelle beim Masters in Augusta, er habe sich damit abgefunden, wahrscheinlich nie ein Major zu gewinnen.

Solch depressive Momente wechselten bei ihm immer mit einer überbordenden Lebensfreude. García spielte immer ...

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