Barmer fordert Reduzierung der Transplantationszentren in Deutschland

Die Krankenkasse Barmer hat gefordert, die Zahl der Transplantationszentren um mehr als die Hälfte zu reduzieren. "Wir benötigen keine 50, sondern maximal 20 Transplantationszentren in Deutschland", erklärte Verwaltungsratschef Bernd Heinemann am Freitag in Bremen. Nur hochspezialisierte Zentren könnten die Qualität in der Transplantationsmedizin steigern. Zugleich könne verlorengegangenes Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende nach dem Organspendeskandal zurückgewonnen werden.

Mögliches Auswahlkriterium für diese Zentren seien die Erfahrungen, über die Kliniken bei der Transplantation von Organen verfügen. Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken festgelegten Mindestmengen für Transplantationen sollten nach Ansicht der Kasse entsprechend angehoben werden. Zukünftig dürften dann nur noch Zentren, die diese Mindestmengen erfüllen, Transplantationen vornehmen.

Mehr als 10.000 Menschen in Deutschland warten auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Nachdem im Sommer 2012 bekannt geworden war, dass Ärzte an mehreren deutschen Kliniken offenbar Patientendaten manipuliert und so die Vergabe von Spenderorganen beeinflusst hatten, waren die Spenderzahlen massiv eingebrochen.

Auch im vergangenen Jahr blieb die Zahl der Organspenden weiterhin niedrig. 2016 spendeten 857 Menschen nach ihrem Tod Organe. Damit lag die Zahl der Spender in etwa auf dem Niveau von 2014 (864 Spender) und 2015 (877 Spender).

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