BASF-Chef fordert mehr Realismus in der Klimadiskussion

BASF-Chef Brudermüller im Herbst 2018

Der Chef des Chemiekonzerns BASF, Martin Brudermüller, hat sich in der Klimaschutzdebatte für mehr Realismus ausgesprochen. "Man muss den Bürgern schon sagen, dass sich dann manche Preise verändern und das ein oder andere Verhalten geändert werden muss", sagte er dem "Handelsblatt" vom Montag. Brudermüller forderte "einen viel breiteren und offeneren Dialog".

"Gesellschaftliche Unterstützung wird es nur geben, wenn Klimaschutz nicht in Arbeitslosigkeit mündet", sagte Brudermüller. Er warnte davor, "einfach noch" eine CO2-Steuer zu bestehenden Belastungen für Unternehmen hinzuzufügen. Das Ziel müsse stattdessen sein, erneuerbare Energien möglichst günstig zu machen und so Anreize zur Vermeidung von Treibhausgasen zu schaffen.

Brudermüller plädierte für eine stärkere Forschungsförderung und einen neuen, umfassenderen Ansatz in der Klimapolitik: "Wir haben die Chance, das Thema ganz groß zu denken und dadurch Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit für Deutschland und Europa sinnvoll zu verknüpfen", sagte er dem "Handelsblatt" weiter. Ziel müsse es sein, erneuerbare Energien möglichst zu verbilligen, um Anreize zur CO2-Vermeidung zu schaffen.

Der Ludwigshafener Chemieriese BASF steht derzeit vor Herausforderungen wie einer schwachen Auftragslage im Automobilbereich und dem Handelskonflikt zwischen China und den USA. Ende Juni hatte das Unternehmen angekündigt, bis Ende 2021 weltweit rund 6000 Stellen zu streichen.

Von der Bundesregierung forderte Brudermüller angesichts der aktuellen Konjunkturschwäche Reformen in Bereichen wie Steuern, Regulierung und auch solche mit Blick auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. "Die Bundesregierung sollte an eine neue Agenda 2010 denken."