Baskenstadt Guernica erinnert an Zerstörung durch Nazi-Luftwaffe vor 80 Jahren

Wandgemälde mit Picassos "Guernica" in der Baskenstadt

Die baskische Kleinstadt Guernica hat am Mittwoch der Opfer der Bombardierung durch die Nazi-Luftwaffe vor genau 80 Jahren gedacht. Um 16.30 Uhr, dem Zeitpunkt der tödlichen Luftangriffe, legten Vertreter verschiedener Einrichtungen und Vereinigungen Kränze und Blumen auf dem Zollo-Friedhof nieder, wo ein Mahnmal an das Verbrechen erinnert.

Der 91-jährige Überlebende Luis Iriondo erinnerte in einer Ansprache vor 200 Menschen an das damalige Geschehen: "Ein Regen von Feuer, Blut und Tod ist auf uns niedergegangen." Er rief zu einem Ende von Bombardierungen und zu Frieden weltweit auf.

Deutsche Kampfflugzeuge der Legion Condor hatten Guernica am 26. April 1937 während des spanischen Bürgerkriegs mit Brandbomben zu drei Vierteln in Schutt und Asche gelegt. Bei dem Luftangriff der mit den Truppen des späteren spanischen Diktators Francisco Franco verbündeten deutschen Luftwaffe kamen hunderte Menschen ums Leben.

Flugzeuge der Legion Condor beschossen auch die aus der Stadt vor den Angriffen fliehenden Menschen mit Maschinengewehren. Die Ereignisse sind heute für viele mit dem berühmten "Guernica"-Gemälde verknüpft, das Pablo Picasso auf Bitten der spanischen Republikaner für die Pariser Weltausstellung von 1937 anfertigte.

Am Vormittag verlieh Guernica (baskisch: Gernika) dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos und dem Chef der Guerilla Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc), Rodrigo Londoño alias Timochenko, in Abwesenheit den Friedenspreis der Stadt. Sie würdigte damit das zwischen der konservativen kolumbianischen Regierung und den linken Rebellen im November 2016 unterzeichnete Abkommen zur Beendigung eines jahrzehntelangen Gewaltkonflikts.

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