Bauern blockieren Paris mit mehr als 1000 Traktoren

Mit mehr als 1000 Traktoren für höhere Preise

Einen Tag nach den Bauernprotesten in Berlin sind auch in Paris wütende Landwirte auf die Straße gegangen: Mit mehr als tausend Traktoren zogen französische Bauern am Mittwoch in die Hauptstadt. Sie blockierten den Verkehr unter anderem auf der Pariser Ringautobahn.

Ziel der Landwirte sind höhere Preise für Getreide und andere Produkte. Zudem protestieren sie gegen EU-Freihandelsabkommen etwa mit den Mercosur-Staaten, durch die sie sich benachteiligt fühlen. Die Landwirte verlangen ein Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der auf die Forderungen bisher nicht reagiert hat.

Vor dem Pariser Nobelrestaurant "Fouquet's" auf dem Boulevard Champs-Elysées luden Bauern Heuhaufen ab. "Unsere Verzweiflung ist echt", betonte der Vorsitzende des Erzeugerverbandes FDSEA, Cyril Milard. "Wir bleiben so lange, wie es nötig ist." Auch in anderen Landesteilen wollten Landwirte auf die Straße gehen.

"Ich verstehe die Wut der Bauern", sagte der französische Landwirtschaftsminister Didier Guillaume dem Radiosender Europe 1. Er warnte vor einer "Herabwürdigung" der Erzeuger bei den bevorstehenden Preisverhandlungen mit dem Großhandel.

Die Landwirte beklagen auch zu weitreichende Umwelt- und Naturschutzvorschriften. Dagegen hatten am Dienstag tausende Bauern aus ganz Deutschland in Berlin demonstriert.

Frankreichs Bauern profitieren traditionell stark von den EU-Agrarsubventionen. Die EU-Kommission will die Ausgaben nach dem Brexit aber deutlich senken und stärker an ökologische und soziale Kriterien binden.