Bauernpräsident: Preiskrise könnte Bemühungen um Tierwohl zunichte machen

Die derzeitige hohe Inflation könnte nach Einschätzung von Bauernpräsident Joachim Rukwied die Bemühungen um mehr Tierwohl und Umweltschutz zunichte machen. Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Mittwoch, die Viehhaltung sei inzwischen auf Tierwohl ausgerichtet und Klimaschutz und Artenvielfalt seien ein großes Thema auf den Höfen. "Dafür brauchen wir aber die Unterstützung der Verbraucherinnen und Verbraucher."

Nur wenn diese "gezielt nach den hochwertigen, heimischen Erzeugnissen greifen", könne dies gelingen, sagte Rukwied weiter. "Derzeit erleben wir leider das Gegenteil. Die Menschen kaufen verstärkt im Preiseinstiegssegment ein", sagte er den RND-Zeitungen. Die derzeit hohe Inflation wird auch von den Nahrungsmittelpreisen angetrieben. Im Dezember lag die Teuerung bei 8,6 Prozent, allein Nahrungsmittel erhöhten sich um 20,7 Prozent im Vorjahresvergleich.

Im Trend zu mehr fleischlosen Produkten sieht der DBV-Präsident hingegen eine Chance für die Landwirtschaft. "Jede Veränderung bringt auch neue Chancen mit sich", sagte er. Die Bauern beobachteten das genau und entwickelten sich weiter. "Inzwischen bauen einige Kichererbsen oder Quinoa an."

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