Bauministerium will Städte mit Förderprogramm besser vor Erderwärmung schützen

Die Bundesregierung will die Lebensräume in den Städten besser gegen die Folgen der Klimaerwärmung wappnen. Der Bund werde dieses Jahr 790 Millionen Euro bereitstellen, um neben der sozialen Entwicklung der Städte gezielt auch ihre Klimaresilienz zu fördern, teilte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) in der Nacht zu Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

"Wenn Quartiere saniert oder neu errichtet werden, gehören Frischluftschneisen, Parks und Flüsse dazu", schrieb Geywitz. "Mit der Städtebauförderung machen wir unsere Städte für die Herausforderungen des Klimawandels fit." Am Nachmittag (13.00 Uhr) will Geywitz in Potsdam das neue Bundesprogramm "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" vorstellen.

Die angestrebte Stadt-Begrünung könne dazu führen, dass künftig weniger Parkplätze zur Verfügung stünden, sagte Geywitz am Morgen den Sendern RTL und n-tv. "So ein Auto nimmt eigentlich sehr viel Platz weg, was dann anderen fehlt. Demzufolge müssen wir auch unsere Mobilitätskonzepte überdenken."

Geywitz fügte hinzu: "Wenn wir Bäume pflanzen wollen, dann brauchen die natürlich auch Platz", sagte sie. Es gehe darum, "dass man nicht Flächen verschwendet einfach nur zum Parken, sondern dass man eine Kombinationsmöglichkeit hat".

Klar sei dabei: "Wir brauchen mehr Grün in der Stadt, und unsere Städte müssen auch mehr Wasser speichern können, wenn wir die Starkregen-Ereignisse betrachten", sagte die Ministerin. Der Bund wolle Projekte für Straßen- und Fassadenbegrünung fördern und auch die Errichtung von innerstädtischen Flüssen und Bächen - dies "kühlt natürlich auch die Umgebung und ist auch noch wunderschön".

Geywitz kündigte zudem an, dass ihr Ministerium gezielt auch ältere Menschen vor extremer Hitze in Wohnungen schützen will. "Gerade Ältere leiden sehr unter der Hitze, sind sehr oft in ihren Wohnungen", sagte sie. "Da müssen wir natürlich mit einer guten Sanierungsförderung auch dafür Sorge tragen, dass die Wohnungen gut gedämmt sind."

Geywitz nannte auch den Schutz von Obdachlosen bei extremen Temperaturen im Sommer als Ziel. Hier erarbeite die Regierung einen "nationalen Aktionsplan" zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit.

Städte sind Experten zufolge in besonderer Weise von der Erderwärmung betroffen - etwa in Form starker Hitzeentwicklung über bebauten Flächen oder wegen klimabedingter Schäden an Bauwerken.

pw/mt

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