Bauministerium will Städte mit Förderprogramm besser vor Erderwärmung schützen

Die Bundesregierung will deutsche Städte im Rahmen ihrer Städtebauförderung besser gegen Hitzewellen und anderen Folgen der Klimaerwärmung wappnen. Die vom Bund in diesem Jahr für diesen Politikbereich zur Verfügung gestellten 790 Millionen Euro sollten neben der sozialen Entwicklung auch die Klimaresilienz fördern, teilte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) in der Nacht zu Dienstag auf Twitter mit.

Als Beispiele nannte sie den die Schaffung von Frischluftschneisen, Parks oder Flüssen bei der Sanierung oder dem Neubau von Stadtquartieren. "Wir brauchen mehr Grün in der Stadt, und unsere Städte müssen auch mehr Wasser speichern können, wenn wir die Starkregen-Ereignisse betrachten", fügte die Bundesbauministerin gegenüber den Sendern RTL und n-tv an.

Der Bund wolle Projekte für Straßen- und Fassadenbegrünung fördern und die Errichtung von innerstädtischen Flüssen und Bächen unterstützen, sagte sie. Dies kühle die Umgebung und sei "auch noch wunderschön".

Die angestrebte Stadt-Begrünung könne freilich dazu führen, dass künftig weniger Parkplätze zur Verfügung stünden. "Wenn wir Bäume pflanzen wollen, dann brauchen die natürlich auch Platz." Daher müssten Mobilitätskonzepte überdacht werden.

Im brandenburgischen Potsdam präsentierte Geywitz am Dienstag in diesem Zusammenhang das Bundesprogramm Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel. Es läuft bereits seit 2020, jüngst stockte der Haushaltsausschuss des Bundestags es um 176 Millionen Euro auf. Damit stieg das Gesamtvolumen des Programms, das sich aus dem so genannten Klima- und Transformationsfonds des Bundes speist, nach Angaben des Bauministeriums auf nun 467 Millionen Euro.

Gefördert werden Grün- und Freiflächenprojekte, die dem Klimaschutz oder der Bewältigung von Klimawandelfolgen wie Dürre und Starkregen dienen. Städte und Gemeinden können sich bis 15. Oktober mit konkreten Projekten bewerben, der Bund übernimmt bis zu 85 Prozent der Kosten.

Förderfähig sind laut Bundesbauministerium unter anderem Vorhaben, die CO2 binden oder "zur Bewältigung stadtklimatischer Defizite" beitragen - etwa das Phänomen von so genannten Hitzeinseln bekämpfen oder den Überflutungsschutz verbessern.

Das gesamte Programm zielt demnach auf komplexe Projekte, die bestehende Grünflächen zu leistungsfähigeren Netzwerken zusammenschließen, besonders von Aufheizung betroffene Quartiere gezielt entlasten oder großräumige asphaltierte Flächen in Grün- und Wasserflächen umwandeln. Dazu zählen ferner so genannte Schwammstadtkonzepte, die die Rückhaltefähigkeit für Regenwasser erhöhen oder die Verdunstungsleistung einer Stadt erhöhen.

Geywitz kündigte zugleich an, dass ihr Ministerium gezielt ältere Menschen vor extremer Hitze in Wohnungen schützen will. "Gerade Ältere leiden sehr unter der Hitze, sind sehr oft in ihren Wohnungen", sagte sie den Sendern RTL und n-tv . "Da müssen wir natürlich mit einer guten Sanierungsförderung auch dafür Sorge tragen, dass die Wohnungen gut gedämmt sind."

Geywitz nannte auch den Schutz von Obdachlosen bei extremen Temperaturen im Sommer als Ziel. Hier erarbeite die Regierung einen "nationalen Aktionsplan" zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit.

Städte sind Experten zufolge in besonderer Weise von der Erderwärmung betroffen - etwa in Form starker Hitzeentwicklung über bebauten Flächen oder wegen klimabedingter Schäden an Bauwerken.

bro/pw

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