Bayer-Chef Baumann verteidigt umstrittene Fusionspläne mit Monsanto

Bayer-Chef Baumann bei der Hauptversammlung in Bonn

Bayer-Chef Werner Baumann hat die umstrittene geplante Fusion mit dem US-Agrarkonzern Monsanto verteidigt. Die Übernahme passe "perfekt zu unserer Strategie" und werde zum langfristigen Erfolg des Chemiekonzerns beitragen, sagte Baumann am Freitag bei der Hauptversammlung des Konzerns in Bonn. Während seiner Rede gab es Zwischenrufe von Gegnern des Deals, vor dem Tagungsgebäude protestierten Bauern und Verbraucherschützer.

Bayer rechnet nach den Worten Baumanns nach wie vor damit, das Geschäft bis zum Jahresende abschließen zu können. In den USA laufe das behördliche Verfahren zur Kartellfreigabe bereits, dort würden derzeit Fragen des Justizministeriums beantwortet, sagte der Firmenchef. In Europa werde Bayer den entsprechenden Antrag im zweiten Quartal stellen. Die EU-Kommission als Kartellwächterin muss die Übernahme von Monsanto durch Bayer genehmigen.

Die Rede des Unternehmenschefs wurde mehrfach von Protestierenden im Saal gestört, die sich gegen die geplante Fusion aussprachen. Schon vor Beginn der Hauptversammlung und während des Treffens fanden außerdem vor dem Tagungsgebäude Proteste gegen die Mega-Fusion von Bayer und Monsanto statt. Dazu hatte ein breites Bündnis von Agrar- und Verbrauchervertretern aufgerufen.

Gegenüber Monsanto gibt es Vorbehalte, weil das Unternehmen neben dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auch gentechnisch veränderte Pflanzen herstellt. Außerdem fürchten die Betroffenen durch die Größe des fusionierten Konzerns, dieser könne dann "fast im Alleingang bestimmen, was Bauern pflanzen und Verbraucher essen", wie die Protest-Kampagne erklärte. Um ihren Forderungen nach einem Stopp der geplanten Fusion Nachdruck zu verleihen, kamen viele Bauern mit ihren Traktoren zu der Demonstration.

Baumann sagte zu dem umstrittenen Deal, Bayer sei bewusst, dass Monsanto in einigen Ländern und vor allem in Europa "keinen guten Ruf hat" und das sei für Bayer eine "große Herausforderung". Das Image des US-Agrarkonzerns sei aber auch "das Ergebnis massiver Kampagnen", führte Baumann aus. Wissenschaftliche Studien bewiesen hingegen die Sicherheit grüner Gentechnik.

Der Bayer-Chef zog darüber hinaus eine positive Bilanz von Gesprächen zur Erläuterung der Übernahme, seit die Pläne bekannt geworden waren. Die "Logik und Attraktivität des Zusammenschlusses" schienen "zunehmend besser verstanden zu werden", sagte Baumann. Das zeige auch der Aktienkurs von Bayer, der derzeit klar über dem Wert liege, den er vor der Bekanntgabe der Fusionspläne im vergangenen Jahr gehabt habe.

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