Bayer hilft Flüchtlingen und wirbt für CSU – das denkt er über den Wahlkampf

Leonhard Landes
Linkes Bild: Christian Dobmeier in Tansania. Rechts oben: Dobmeier mit seinen somalischen Hilfsarbeitern. Rechts unten: Ein Arbeiter in Tansania. 

Auf einen Kunden hat Christian Dobmeier einmal verzichtet. 

“Neger brauchst du keinen mitbringen”, habe der Mann zu ihm gesagt, erinnert sich der Fliesenleger aus Niederbayern. “Dann habe ich den Spieß umgedreht und gesagt: Ich verzichte auf den Auftrag”, erzählt Dobmeier. 

Denn er beschäftigt in seinem Betrieb zwei junge Männer aus Somalia, Mustafe und Ritwahn. Sie kamen vor rund fünf Jahren als Asylbewerber nach Deutschland, mittlerweile wohnen und arbeiten sie in der kleinen niederbayerischen Gemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg, rund hundert Kilometer von der Landeshauptstadt München entfernt. 

“Die Burschen kommen eigentlich gut an”, sagt Dobmeier. Nur mit sehr wenigen Menschen gebe es Probleme. Manche hätten Vorbehalte beim Thema Asyl. 

Das habe er auch kürzlich im Haustürwahlkampf in der Gemeinde erlebt. Dobmeier, der Mann, der Asylbewerber beschäftigt und im Gespräch für eine schnellere Energiewende plädiert, sitzt im Vorstand der lokalen CSU – der “größten Volkspartei Bayerns”, wie er sagt.

Es ist ein Status, um den die Christsozialen bei der anstehenden Landtagswahl ringen. Ihr droht ein historisch schlechtes Ergebnis.

Asyl und Arbeit: “Das muss schneller gehen” 

Als Dobmeier für die CSU von Tür zu Tür zog, habe es bei den Nachbarn der Asylunterkunft in der Mitte von Mallersdorf-Pfaffenberg nur ein Thema gegeben: die Asylbewerber. Rund 300 wohnen im Ort. 

Die Nachbarn beschwerten sich über den Lärm der Bewohner in der Unterkunft. Es ist ein Thema, das bei Bürgerversammlungen oder den Wahlveranstaltungen der CSU im Ort immer wieder auftaucht. 

Er sieht einen möglichen Ausweg darin, den Asylbewerbern rasch eine Arbeit zu verschaffen. Damit sie einen geregelten Tagesablauf haben und in der Unterkunft schneller in der Nacht Ruhe einkehrt. 

“Wenn die Leute schon hier sind”, sagt Dobmeier, “dann sollen sie arbeiten dürfen und müssen.” Er schiebt hinterher: “Und das muss schneller...

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