Die bayerischen Grünen zeigen gerade, wie man gegen die AfD Wahlkampf macht

Sebastian Christ

In ferner Zukunft werden Historiker sich mit dem zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts beschäftigen: Dem Jahrzehnt, als überall auf der Welt der Aufstieg des Rechtspopulismus begann.

Wenn sie auf Deutschland blicken, dann werden sie sich womöglich fragen, wie es passieren konnte, dass eine sehr verdienstvolle Partei wie die CSU derart orientierungslos durch die politische Gegenwart irrte.

Und sie werden vielleicht feststellen, dass die bayerischen Grünen als erste Partei ein Rezept gegen den Aufstieg der Rechten in der Bundesrepublik gefunden haben. Denn das, was gerade in Bayern passiert, ist gleich aus mehreren Gründen außergewöhnlich.

Mehr zum Thema: Wie Veränderungen in einem bayerischen Dorf den Einbruch der CSU erklären

In einem Bundesland, dessen Bürger die Möglichkeit eines Regierungswechsels meist nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen, sind die Grünen in allen Umfragen mittlerweile zweitstärkste Kraft.

Der CSU droht ein historisches Wahldebakel 

Am kommenden Sonntag werden sie womöglich fast doppelt so viele Stimmen bekommen wie die SPD. Ein Ergebnis von etwa 18 Prozent scheint möglich, sogar eine Regierung ohne CSU-Beteiligung.

Die Christsozialen dagegen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 1950 verbuchen müssen. Es droht ein historisches Wahldebakel.

Und die Alternative für Deutschland, die in Bayern fast so viele Mitglieder hat wie in allen ostdeutschen Landesverbänden zusammen, muss trotz bundesweiten Aufwärtstrends damit rechnen, ausgerechnet im konservativen Süden des Landes unter ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl 2017 zu bleiben. Damals hatte die AfD 12,4 Prozent der Stimmen bekommen.

In den vergangenen Jahren ist es immer wieder passiert, dass sich bei Landtagswahlen die Kräfteverhältnisse radikal verschoben haben. Meist hat die AfD davon profitiert. Dieses Mal ist es jedoch anders.

Das hat viel mit der Art und Weise zu tun, wie die Grünen in Bayern Wahlkampf...

Weiterlesen auf HuffPost