Bayerns Innenminister Herrmann fordert Überprüfung von Asylbescheiden

Nach der Festnahme eines Bundeswehrsoldaten, der einen Anschlag geplant und sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben haben soll, hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eine Überprüfung von Asylbescheiden gefordert. Der Fall sei "ein makaberer Beleg" dafür, dass zeitweise Asylbewerber "ohne ernsthafte Prüfung ihrer Identität anerkannt wurden", sagte Herrmann der Tageszeitung "Die Welt" vom Freitag. Solche Fälle müssten noch einmal überprüft werden.

Der offenbar fremdenfeindlich gesinnte Bundeswehrsoldat war am Mittwoch bei einem Ausbildungslehrgang im unterfränkischen Hammelburg festgenommen worden. Der aus Offenbach stammende 28-jährige Oberleutnant soll sich laut der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main monatelang unter falschem Namen als syrischer Asylbewerber ausgegeben haben. Er erhielt demnach sogar eine Unterkunft in einem Flüchtlingsheim.

Herrmann forderte, es müsse "sauber und akribisch aufgeklärt werden", wie es dazu kommen könne, "dass sich ein deutscher Bundeswehrsoldat als syrischer Asylbewerber ausgibt und der Asylantrag auch noch anerkannt wird". Es seien noch viele Fragen offen, "insbesondere, ob es einen Zusammenhang zwischen seiner vorgegebenen Flüchtlingseigenschaft und dem möglicherweise geplanten Anschlag gibt".

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