Pandamania in den Niederlanden

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Der Bär Xing Ya nach der Ankunft am Flughafen

Erstmals seit drei Jahrzehnten haben die Niederlande wieder ein Riesenpanda-Pärchen. Entsprechend groß war die Begeisterung, als die Bärin Wu Wen und der Bär Xing Ya am Mittwochabend am Amsterdamer Flughafen Schiphol landeten. Von dort aus wurden die beiden seltenen Tiere als Leihgabe Chinas in den Ouwehands Tierpark in Rhenen gebracht.

Die Tiere waren zehn Stunden zuvor in Chengdu in Zentralchina gestartet. Mehr als hundert geladene Gäste und Journalisten verfolgten die Ankunft der Tiere in Amsterdam auf einem riesigen Bildschirm. Nach der Landung wurden die beiden Pandas aus dem Frachtraum einer Sondermaschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM geladen. Anschließend wurden sie in zwei Spezialkäfigen mit Plexiglasscheiben erstmals den Zuschauern präsentiert.

"Ich bin so froh, dass so viele Freunde gekommen sind, um meine beiden neuen Kollegen zu begrüßen", sagte der chinesische Botschafter Wu Ken. "Das ist ein riesiger Schritt in den bilateralen Beziehungen zwischen China und den Niederlanden."

Ein wenig gedulden müssen sich die neugierigen Zoobesucher allerdings noch, bis sie die neuen Bewohner zu Gesicht bekommen: zunächst verbringen die Riesenpandas bis zu sechs Wochen in Quarantäne. Wenn es soweit ist, will der Zoo ein offizielles Eröffnungsdatum für das neue Pandagehege ankündigen.

Die Riesenpandas sollen 15 Jahre lang im Ouwehands Tierpark in Rhenen bleiben. Der Zoo und die niederländische Regierung hatten 16 Jahre lang mit China über die Leihgabe verhandelt. Bei einem Staatsbesuch von König Willem-Alexander und Königin Máxima im Oktober 2015 wurde dann eine Einigung erzielt. Damals wurden die beiden Riesenpandas dem Monarchenpaar symbolisch geschenkt.

Der Tierpark hat in seinem Asien-Bereich bereits ein riesiges Gehege für die schwarz-weißen Bären gebaut: Das 3400 Quadrameter große "Pandasia" besteht nach Angaben des Zoos aus zwei Teilen, nämlich je einem separaten Innen- und Außengehege für das Männchen und das Weibchen, sowie aus mehreren Schlafzimmern, einem Geburtszimmer, einer Kühlzelle für die Lagerung von Bambus sowie Räumen für Tierärzte und Pfleger.

Der Bau kostete Medienberichten zufolge rund sieben Millionen Euro. Wie die Zeitung "Algemeen Dagblad" berichtete, belaufen sich die jährlichen Kosten des Zoos für die neuen Gäste auf rund eine Million Euro. Der Zoo selbst erklärte, er werde zudem "Naturschutzaktivitäten in China jährlich mit einem großen finanziellen Beitrag unterstützen".

Schon vor der Ankunft der Riesenpandas hatten Zeitung dem Thema ganze Seiten eingeräumt, im Kurzbotschaftendienst Twitter gab es zahlreiche Einträge unter den Hashtags #Pandas und #pandakoorts ("Panda-Fieber"). Zuletzt hatten die Niederländer 1987 zwei Riesenpandas bewundern dürfen. Die Tiere waren damals vier Monate lang in einem Safari-Tierpark zu sehen.

Der Riesenpanda ist eine stark bedrohte Tierart und kommt in freier Wildbahn nur in der Volksrepublik China vor. Nach Angaben des Ouwehands Tierparks gibt es noch etwa 1850 wild lebende Riesenpandas.

Den als notorische Sexmuffel bekannten Tieren setzt der Verlust ihres natürlichen Lebensraums in China zu, deshalb spielt ihre Zucht in Gefangenschaft für das Überleben ihrer Gattung eine wichtige Rolle. Panda-Nachwuchs kommt in Gefangenschaft allerdings nur sehr selten vor. Weil die Weibchen nur an drei Tagen im Jahr paarungsbereit sind, greifen Zoos oft auf künstliche Befruchtung zurück.

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