Beim "Zockerspecial" verzockt: WWM-Kandidat erhält zweite Chance und stürzt erneut ab

Michael Eichhammer
·Lesedauer: 4 Min.
"Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", kommentierte Günther Jauch das erneute Drama. (Bild: Stefan Gregorius/RTL)
"Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", kommentierte Günther Jauch das erneute Drama. (Bild: Stefan Gregorius/RTL)

Ein Kandidat sorgte bei "Wer wird Millionär?" am Freitag für besonders viel Aufsehen: Es war erst drei Wochen her, dass Niklas Bayer-Eynck von 125.000 Euro auf 1.000 Euro stürzte. Ein Wiedersehen gab es bei "Das große Zockerspecial - Die zweite Chance".

"Eine ganz besondere Sendung", kündigte Günther Jauch am Freitagabend an. Denn eigentlich darf man nur ein einziges Mal im Leben bei "Wer wird Millionär?" mitmachen. Diesmal lautete das Motto aber "Das große Zockerspecial - Die zweite Chance". Jauch erklärte, der Abend sei den "ganz unglücklich Abgestürzten" gewidmet. Der erste Kandidat des Abends erfüllte dieses Kriterium im Überfluss: Erst vor drei Wochen ging Niklas Bayer-Eynck als Unglücksrabe in die Geschichte der Quizshow ein.

“Wer wird Millionär”: Darum war Günther Jauch diesmal selbst der große Sieger

Der Dortmunder fiel von 125.000 Euro auf 1.000 Euro. Bei der Frage nach dem Bräutigam im Volkslied "Die Vogelhochzeit" nannte er die Amsel. RTL hielt die Drossel für korrekt, doch wie sich herausstellte, gab es verschiedene Textvarianten. In einer davon war die Amsel der Gatte. Diese vogelwilde Streitfrage war der Türöffner für Niklas Bayer-Eynck, der vor seinem Comeback am Freitag bereits in einem Interview erklärt hatte: "Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich noch einmal bei Günther Jauch von Anfang an spielen darf."

Jauch erklärte gleich zu Beginn des Abends: "Eigentlich müssten Sie jetzt den Tausender wieder zurückgeben. Darauf verzichten wir selbstverständlich." Der in einem Berufsförderungswerk tätige Psychologe konterte lachend: "Eigentlich müsste ich ja bei 125.000 starten." Netter Versuch, doch Jauch blieb kühl: "Ja, da kann man ganz unterschiedlicher Meinung sein." Problemlos überschritt Bayer-Eynck die magische Marke bis zur 32.000-Euro-Frage. Ab hier dürfen auch in einem Zocker-Special sämtliche Joker straffrei genutzt werden. "Sie haben es wieder geschafft, jungfräulich hier durchzukommen", stellte Jauch anerkennend fest.

Unglücksrabe: Niklas Bayer-Eynck stürzte vor drei Wochen im WWM-Zocker-Special von 125.00 Euro auf 1.000 Euro. (Bild: Stefan Gregorius/RTL)
Unglücksrabe: Niklas Bayer-Eynck stürzte vor drei Wochen im WWM-Zocker-Special von 125.00 Euro auf 1.000 Euro. (Bild: Stefan Gregorius/RTL)

Wer hat 100.000 Mitglieder?

Der Moderator erinnerte daran, dass der Kandidat damals auch dadurch auffiel, dass er seine statistische Analyse über die Effizienz der einzelnen Joker vorgetragen hatte. Eine seiner Erkenntnisse: Der Telefonjoker würde überschätzt. Doch Theorie und Praxis sind zweierlei, wie sich gleich bei der 32.000-Euro-Frage zeigte: "Wer überschritt im Frühjahr 2020 zum ersten Mal die Marke von 100.000 Mitgliedern?" Zur Wahl standen: Bayern München, Bündnis90/Die Grünen, Deutscher Alpenverein, IG Metall. Statt des Telefonjokers wählte er den Publikumsjoker. "Ui!", machte Jauch erstaunt als das Ergebnis eingeblendet wurde. Nur 50 Prozent waren für die Antwort C.

Der Kandidat blieb gelassen: Ein klares Ergebnis habe er bei einer solchen Frage nicht erwartet. Zudem würde sich die Tendenz der Schwarmintelligenz mit seiner Vermutung decken: "Der deutsche Alpenverein boomt sicher gerade: Man kann nicht viel machen im Moment, Wandern ist in." Jauch hakte dennoch nach: "Wollen wir es absichern?" Der Kandidat verneinte. "Nicht noch mal gucken irgendwie?", blieb der Moderator hartnäckig.

Wieder lehnte Niklas Bayer-Eynck dankend ab. Dann ließ Günther Jauch die Bombe platzen: "Der deutsche Alpenverein hat über eine Million Mitglieder. Den gibt es seit ewigen Zeiten, die Deutschen sind ein Wandervolk." Korrekt war: Bündnis 90/Die Grünen. Nur 20 Prozent im Studio hatten darauf getippt. "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", kommentierte Jauch den Umstand, dass Bayer-Eynck nun bei zwei Auftritten insgesamt 2.000 Euro erspielt hatte. "Vielleicht bis zum nächsten Mal", scherzte Niklas Bayer-Eynck.

"Wer ist im bekannten Volkslied ´Die Vogelhochzeit´ der Bräutigam?" Die Antwort Amsel galt als inkorrekt. (Bild: Stefan Gregorius/RTL)
"Wer ist im bekannten Volkslied ´Die Vogelhochzeit´ der Bräutigam?" Die Antwort Amsel galt als inkorrekt. (Bild: Stefan Gregorius/RTL)

Der Fluch des signierten Trikots

Für einen romantischen Moment kurz vor dem Valentinstag sorgte André Schur aus Riedering. Er ging mit 64.000 Euro. Vorher aber machte er seiner abwesenden Partnerin vor laufender Kamera eine Liebeserklärung. Er zeigte ein gemeinsames Foto und sagte: "Das ist meine Herzdame, die schönste Frau der Welt." Lutz Gerling, Radiomoderator aus Siegenburg, erspielte die gleiche Summe. Julia Dettmer aus München erwirtschaftete 125.000 Euro. Christoph Lang aus München war mit 250.000 Euro der Abräumer des Abends.

Lisa Bross, ebenfalls aus München, sorgte für Aufsehen, weil sie dem Moderator ein von Jauch signiertes Trikot der Fußball-Nationalmannschaft zurückgab. Dem irritierten Moderator erklärte sie, das Textil habe sowohl ihr auf dem Ratestuhl als auch der Mannschaft auf dem Rasen immer Pech gebracht. Jauch schmollte und kündigte an, dass Trikot von RTL versteigern zu lassen. Ironie des Schicksals: Tatsächlich scheiterte die Kandidatin bei einer Fußball-Frage.

"Soll ich Sie schlagen oder treten?" WWM-Kandidatin bietet Jauch Prügel an

Für 8.000 Euro war gefragt: "Welche Nation ist wegen der Verschiebung der Fußball-EM auf 2021 ein Jahr länger als gedacht amtierender Europameister?" Sie tippte auf Portugal. Richtig wäre Frankreich gewesen. Den Fall auf 1.000 Euro schob sie nicht auf das unheilbringende Textil, sondern auf den Moderator: "Sie haben mich so verunsichert!" Jauch sprang in gespielter Empörung auf: "Ich? Ne, den Schuh zieh ich mir nicht an." Darauf die Kandidatin: "Na gut, können Sie behalten!" Galt das Angebot für den Schuh oder das Trikot? Die Antwort blieb sie ebenso schuldig wie die korrekte Lösung der 8.000-Euro-Hürde.

VIDEO: Die schlimmsten Blackouts bei “Wer wird Millionär”