Belgien bringt 16 Dschihadisten-Kinder aus Syrien zurück

Belgien bringt 16 Dschihadisten-Kinder aus Syrien zurück

Mit der bisher größten belgischen Rückführung von Familien von Dschihadisten sind am Dienstag 16 Kinder und sechs Mütter aus Lagern im Nordwesten Syriens in Brüssel angekommen. Erschöpft aber sicher – für die unter Jugendschutz gestellten Kinder beginnt nun ein neues Kapitel, während ihre Mütter wegen „Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung“ für fünf Jahre ins Gefängnis kommen.

Die Frauen seien in verschiedene Strafanstalten verlegt worden, erklärte der belgische Generalstaatsanwalt Frédéric Van Leeuw. Zuvor sei ihnen die Möglichkeit gegeben worden, sich unter menschenwürdigen Bedingungen von ihren Kindern zu trennen.

Bereits im März 2021 hatte die belgische Regierung erklärt, das Land werde alles tun, um die sichere Rückkehr von Kindern unter zwölf Jahren von radikalisierten Kämpfern zu gewährleisten – trotz einiger politischer Gegenreaktionen. Etwa 400 belgische Staatsangehörige hatten in Syrien an der Seite der Dschihadisten gekämpft.

Einige Abgeordnete begrüßten die Rückführung und hofften, dass andere EU-Mitgliedstaaten diesem Beispiel folgen.

Es müsse eine weitere Radikalisierung kleiner Kinder verhindert werden, sagte die Grünen-Abgeordnete Saskia Bricmont. Mit jedem Tag wachse die Unsicherheit in den Lagern. Es gebe immer noch radikalisierte Gruppen, die versuchten, diese europäischen Frauen und Kinder zurückzubekommen. Dies verdiene eine größere Aufmerksamkeit, denn es gehe um die Sicherheit der Europäischen Union.

Nach Angaben der Organisation Save the Children sitzen derzeit weltweit mehr als 7.000 Kinder aus 60 Ländern in gefährlichen und schmutzigen Lagern fest.

Deshalb sollten ausländische Regierungen die Rückführung beschleunigen und Kinder als Kriegsopfer anerkennen – selbst diejenigen, die gezwungen sind, sich den Dschihadisten anzuschließen.

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