Belgien kündigt weitere Corona-Einschränkungen an

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Belgiens Gesundheitsminister Vandenbroucke
Belgiens Gesundheitsminister Vandenbroucke

Wegen der dramatisch steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen verschärft Belgien erneut die Lockdown-Maßnahmen. Von Montag an müssen nicht unentbehrliche Geschäfte wieder schließen, wie Ministerpräsident Alexander De Croo am Freitag bekannt gab. Weitere Einschränkungen kommen auch auf Privathaushalte zu: Dort sind mit Inkrafttreten der Verschärfungen nur noch Besuche eines einzigen Gastes zugelassen.

Die Regierung rief Arbeitnehmer dazu auf, nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. "Es ist ein Lockdown, aber ein Lockdown, der den Betrieb in Fabriken erlaubt und eine vorsichtige Wiederöffnung der Schulen ermöglicht", sagte Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke.

De Croo sprach von einem "Gesundheitsnotstand". Der Druck auf die Krankenhäuser sei immens. Das medizinische Personal bemühe sich nach "übermenschlichen Kräften, um jeden Tag Leben zu retten". 

Belgien mit seinen 11,5 Millionen Einwohnern hat derzeit die höchste Corona-Infektionsrate weltweit. Die Zahl der Corona-Patienten, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen, stieg in dem Land am Freitag auf mehr als 6180; mehr als tausend von ihnen lagen auf der Intensivstation. De Croo prognostizierte, dass die Zahl der Intensivpatienten bis Mitte November auf 2800 steigen werde.

Bereits seit Mitte Oktober gelten in Belgien strenge Corona-Maßnahmen. Dazu gehört unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre. Auch Restaurants und Cafés müssen geschlossen bleiben.

isd