Beliebtes Ausflugsziel in Gefahr - Berliner Baum-Hasser bohren Löcher in Stämme und kippen Lösungsmittel hinein

Die geschädigte Linde und das Bohrloch im Stamm.<span class="copyright">Bezirksamt Treptow-Köpenick</span>
Die geschädigte Linde und das Bohrloch im Stamm.Bezirksamt Treptow-Köpenick

Dass in der Bundeshauptstadt mitunter sonderbare Dinge vor sich gehen, ist allgemein bekannt. Aber warum Unbekannte in Grünau Bäume vergiften, ist selbst eingefleischten Berlinern ein Rätsel.

In Berlin-Grünau herrscht Verunsicherung. Ein Unbekannter richtet seinen Zerstörungswillen gegen alte Bäume, indem er sie absichtlich vergiftet. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Bäume auf diese Weise abgetötet. Nun hat es eine 88 Jahre alte Linde getroffen.

Auch der bei Kindern beliebte „Traumzauberbaum“ ist gefährdet

In einer Pressemitteilung des Bezirksamts Treptow-Köpenick heißt es, der Täter bohre Löcher in die Bäume und gieße anschließend Lösungsmittel hinein. Dies führe zum langsamen Absterben der Bäume.

Vor einer Woche bemerkten Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamtes einen chemischen Geruch in der Nähe der betroffenen Linde und entdeckten zwei Bohrlöcher. „Es wird davon ausgegangen, dass Unbekannte den 21 Meter hohen Baum abtöten wollen“, schreibt das Bezirksamt. Es sei bereits der dritte Fall in dem Bereich, heißt es weiter.

Besonders besorgniserregend ist laut der Lokalredaktion der „Berliner Zeitung“, dass sich in unmittelbarer Nähe eine 200 Jahre alte Blutbuche befindet, die als das größte Exemplar ihrer Art in Berlin gilt. Lokale Kindergärten besuchen den Baum regelmäßig. Die Kinder haben dem besonderen Exemplar liebevoll den Namen „Traumzauberbaum“ gegeben.

Behörden machtlos, Hilfe der Bevölkerung ist gefragt

Die Bohrlöcher in der angegriffenen Linde wurden mit Holzstopfen verschlossen, und das Straßen- und Grünflächenamt beobachtet die Situation. Mehr kann zunächst nicht für den Baum getan werden. Zudem hat das Bezirksamt Strafanzeige bei der Polizei erstattet und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten, so die Zeitung.

Bezirksstadträtin Claudia Leistner (Grüne) äußerte sich in der Mitteilung tief getroffen. Sie betonte, dass durch den Angriff nicht nur ein wertvoller Lebensraum zerstört wird, sondern auch eine Gefahrenquelle für die Umgebung entsteht. Die Motivation des Täters bleibt unbekannt. Dennoch sei klar, dass er bevorzugterweise im Schutz der Dunkelheit agiert. Die Anwohner müssten deshalb die Augen offenhalten.

Baum-Hasser schlagen auch im Rest der Republik immer wieder zu

Auch in Bayern kam es im Februar dieses Jahres zu einem schockierenden Fall in Regenstauf im Landkreis Regensburg, über den „agrarheute“ berichtet. Wieder kamen Bohrer zum Einsatz, um ein unbekanntes Gift in einen Stamm zu injizieren. Die angegriffene 200 Jahre alte Eiche starb in Folge des Angriff ab und musste gefällt werden.

Der Besitzer des Waldstücks brachte den Fall zur Anzeige, die Polizei schätzt den Schaden laut dem Branchenmagazin auf rund 3000 Euro. Der Schaden durch die aktuellen Angriffe in Berlin konnte noch nicht beziffert werden, beläuft sich laut „Berliner Zeitung“ aber ebenfalls auf mehrere Tausend Euro.