Bellen in der Nacht führt zu Entdeckung von neuer Spezies

·Freie Autorin
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Während einer Expedition in Nigeria bemerkten Forscher bellende Rufe in der Nacht. Wie sich jetzt herausstellte, handelte es sich dabei um die Laute einer bisher unbekannten Spezies.

Tree Hyrax in daytime sitting in tree, in Nanyuki, Laikipia county, Kenya.
Ein Baumschliefer in Kenia (Symbolbild: Getty Images)

Dendrohyrax interfluvialisso heißen die kleinen Kreaturen, mit denen die Forscher das erste Mal 2009 in Nigeria in Berührung kamen. Da es aber nicht einfach ist, eine neue Spezies zu bestätigen, vor allem, wenn es um nachtaktive Waldbewohner in einer abgelegenen Region geht, haben die Wissenschaftler eine Beschreibung der neuen Tierfamilie erst jetzt veröffentlicht. Es handelt sich um eine Spezies von Baumschliefern, pflanzenfressenden Säugetieren, die sich vor allem nachts durch laute, gebellartige Rufe bemerkbar machen. 

Diese markanten Rufe spielten eine entscheidende Rolle darin, das neue Säugetier zu identifizieren. "Manchmal ist ein gutes Ohr genauso wichtig wie ein scharfes Auge", sagte der Anthropologe Eric Sargis von der Yale Universität in einem Statement. In einem Video, das von den Forschern auf YouTube veröffentlicht wurde, hört man die "Schreie" der bisher bekannten Baumschlieferart zuerst und danach das "Bellen" der neu beschriebenen Spezies. 

"Meine Co-Autoren John Oates und Simon Bearder waren 2009 in Nigeria und untersuchten Galagos, eine Gruppe von Primaten, als sie bemerkten, dass die Rufe der Schliefer auf der einen Seite des Niger sich von denen auf der anderen Seite unterscheiden", so Sargis. Die Forscher studierten 418 Aufnahmen von Rufen, die Baumschliefer zwischen 1968 und 2020 an 42 verschiedenen Orten in 12 Ländern von sich gegeben hatten. 

Die Rufe machen den Unterschied

Bearder, Professor an der Oxford Brookes Universität, produzierte Sonogramme aus den 96 eindeutigsten und vollständigsten Aufnahmen, die entstanden, und verglich unter anderem deren Länge, die Frequenz- und die Wiederholungsrate. Diese Analyse zeigte, dass fast alle Rufe, die zwischen den Flüssen aufgenommen wurden, an ein Gerassel und Bellen erinnerten, die sich von den kreischenden Rufen unterscheiden, die auf der Westseite des Volta und der Ostseite des Niger entstanden sind.

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Die Forscher konnten allerdings nicht nur anhand der unterschiedlichen Rufe die neue Spezies ermitteln, es gibt auch anatomische und genetische Unterschiede zwischen den Baumschliefern. Dendrohyrax interfluvialis leben in feuchten und trockenen Wäldern, die zwischen zwei Flüssen in den Küstenregionen im Südosten Ghanas, im Süden Togos und Benins und im Südwesten von Nigeria liegen. 

Ausgewachsene Baumschliefer wiegen üblicherweise fünf bis sieben Pfund (etwa zwei bis drei Kilo), haben die Größe eines Murmeltieres und sind mit den Elefanten und Seekühen nah verwandt. Anders als bei anderen nachtaktiven Tieren leuchten ihre Augen aber nicht im Dunkeln, wodurch sie laut Forschern viel schwieriger ausfindig zu machen sind.

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