Mehr als 60 Tote bei verheerendem Waldbrand in Portugal

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Ausgebranntes Auto nach Waldbrand in Portugal

Tod und Zerstörung durch einen gewaltigen Waldbrand in Portugal: Mindestens 62 Menschen kamen am Sonntag in den Flammen ums Leben, viele von ihnen wurden auf der Flucht im Auto vom Feuer eingeschlossen und starben einen qualvollen Tod. Rund 900 Feuerwehrleute kämpften im Zentrum des Landes gegen das Feuer, die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Die EU kündigte die Entsendung von Löschflugzeugen an.

Portugals Regierungschef Antonio Costa sagte, die Zahl der Opfer könne noch weiter steigen. "Unglücklicherweise scheint dies die größte Tragödie in Hinblick auf Waldbrände zu sein, die wir in den letzten Jahren erlebt haben", sagte Costa. "Vorrang hat nun, die Menschen zu retten, die noch immer in Gefahr sein könnten." Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer ab Sonntag aus.

Das Feuer war am Samstagnachmittag nahe der Ortschaft Pedrógão Grande ausgebrochen und hatte sich rasend schnell in vier Richtungen ausgebreitet. Am Sonntag wütete der Brand noch immer an vier Fronten, an zwei davon mit "großer Wucht", wie Innenstaatssekretär Jorge Gomes mitteilte.

Rund 900 Feuerwehrleute waren mit fast 300 Löschfahrzeugen im Einsatz. Die Europäische Union kündigte an, Löschflugzeuge zu entsenden, um die Einsatzkräfte in Portugal zu unterstützen. Frankreich schicke drei Flugzeuge, sagte der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides. Spanien entsandte zwei Löschflugzeuge, um den Feuerwehrleuten im Nachbarland zu helfen.

In der Nacht berichtete Innenstaatssekretär Gomes, zahlreiche Opfer seien in ihren Wagen auf der Straße von Figueiro dos Vinhos nach Catanheira de Pera verbrannt. Das Ausmaß der Schäden in mehreren Dörfern war zunächst unbekannt.

Im Ort Ansiao nahmen Bewohner dutzende Menschen auf, die vor den Flammen geflüchtet waren. "Sie sagen, dass sie nicht in ihren Häusern sterben wollten, die von den Flammen umzingelt wurden", berichtete einer der Bewohner, Ricardo Tristao.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte der portugiesischen Regierung ihre Anteilnahme an der Waldbrandkatastrophe aus. Sie bot deutsche Hilfe an, falls diese benötigt werde, wie Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerte sich "tief bestürzt". Es seien "erschütternde Bilder von eingekesselten Dörfern und Menschen, die dem Inferno auf der Flucht in ihren Autos zum Opfer gefallen sind", teilte Gabriel in Berlin mit.

Es zeichne sich "die schlimmste Brandkatastrophe Portugals seit Jahrzehnten" ab, erklärte der Außenminister. Er habe dem portugiesischen Regierungschef Costa sein Beileid ausgesprochen und ihm "deutsche Hilfe und Unterstützung" angeboten, wenn dies benötigt werde?.

Costa zufolge könnte der verheerende Waldband durch ein sogenanntes Trockengewitter, bei dem kein Niederschlag fällt, ausgelöst worden sein. In Portugal herrschten am Samstag Temperaturen von teilweise mehr als 40 Grad Celsius. Bereits im vergangenen Jahr war das Land von einer Serie schwerer Waldbrände heimgesucht worden, mehr als 100.000 Hektar Land (1000 Quadratkilometer) gingen in Flammen auf.

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