Initiative im Kölner Süden: Aus Berg und Thal soll Raderbergundthal werden

Der Bürgerverein von Raderberg und Raderthal engagiert sich für beide Viertel.

„Wir sind genau ein Jahr und neun Monate alt“, sagte Uli Kievernagel und meinte damit den vergleichsweise neuen Bürgerverein „Raderberg und –thal“. Uli Kievernagel ist der erste Vorsitzende, und er war wesentlicher Motor für die Gründung des Vereins, der ganz bewusst die beiden Stadtteile Raderberg und Raderthal als ein gemeinsames Veedel betrachtet. Die Grenze am Raderthalgürtel sei willkürlich und unnötig, findet der Vereinsvorstand. In der evangelischen Philippus-Gemeinde an der Albert-Schweitzer-Straße gaben er und andere Vorstandsmitglieder einen Überblick über den Verein und die positive Entwicklung seit der Gründung. Aus den damals sieben Mitgliedern sind heute mehr als 160 geworden. „Es geht uns darum, das Veedel zu beleben und die Menschen zusammen zu führen“, sagte Uli Kievernagel.

Die beiden Stadtteile würden eine „Wahnsinns-Veränderung“ erleben. Raderberg sei seit dem Jahr 2000 um 22 Prozent gewachsen, Raderthal immerhin um sieben Prozent. Und das Wachstum gehe weiter, allein an der Deutschen Welle in Raderthal sind 700 Wohnungen geplant. Die Bürger dürften nicht nebeneinander her leben, betonte Uli Kiefernagel, es sei wichtig miteinander zu reden und sich gegenseitig zu helfen. Inzwischen haben sich neun aktive Arbeitsgruppen innerhalb des Vereins gebildet. Die einen kümmern sich um die Integration und unterrichten zum Beispiel Deutsch in der Flüchtlingsunterkunft an der Bonner Straße. Andere haben einen Künstlerstammtisch eingerichtet, der in der Kunstwerkstatt auf dem Großmarktgelände arbeitet. Demnächst soll eine Mauer an der Grundschule Annastraße zusammen mit den Kindern verschönert werden. Annette Full ist die Netzwerkerin im Verein und gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende.

ilke Kievernagel hat „Veedelspakete“ geschnürt. Jeder Neuzugang erhält ein Päckchen mit Infomaterialien und einem kleinen Geschenk. Veedels-Paten sind für bestimmte Straßenabschnitte zuständig und verteilen dort die Päckchen. „Acht Paten haben wir schon“, sagte Silke Kievernagel. Sandra Van de Pas plant unter anderem die Straßenfeste. Das erste im vergangenen Jahr sei ein schöner Erfolg gewesen. „Unsere Freundinnen vom Benediktinerinnenkloster haben Eis verkauft und im Klostergarten haben wir gegrillt“, erzählte sie.

Das diesjährige Straßenfest findet am 6. und 7. Juli statt, dafür wird die Brühlerstraße in Raderberg von der Bonner Straße bis zur Rheinsteinstraße gesperrt. „Mitmacher“ werden gern gesehen, überhaupt lautet die Devise des Vereins: „Jeder kann sich einbringen“, und zwar genau so wie er möchte und kann.

Der Bürgerverein arbeitet mit Partnern zusammen, so mit Seniorennetzwerken, mit der Philippus-Kirche, der Pfarrgemeinde am Südkreuz und mit der Initiative „Radiomuseum ins Funkhaus“. Seit zwei Jahren steht das ehemalige „Werag-Funkhaus“ (Westdeutsche Rundfunk-Ag) an der Hitzeler Straße in Raderthal leer und unter Denkmalschutz. Der Initiativen-Sprecher, der ehemalige Beigeordnete der Stadt Köln Andreas Henseler, stellte den beabsichtigten Umzug des Dellbrücker Radiomuseums in das ehemalige Funkhaus kurz vor. „Wir unterstützen die Initiative“, sagte Uli Kievernagel. Es sei eine gute Chance, das öffentliche Gebäude bürgerfreundlich zu nutzen.

Der Verein Raderberg und -thal trifft sich jeden ersten Freitag im Monat um 19 Uhr zum Stammtisch im „Brauhaus am Kloster“ an der Brühler Straße 116. Der Verein versteht sich als neutral, arbeitet überparteilich und religionsübergreifend. Interessenten sind willkommen.

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