Umlage zur Förderung der Energiewende könnte 2018 leicht sinken

Ökostrom-Umlage sinkt nächstes Jahr offenbar leicht

Die Umlage zur Förderung der Energiewende könnte im kommenden Jahr leicht sinken. Der Rückgang der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betrage etwa 0,1 Cent auf dann gerundet 6,8 Cent je Kilowattstunde, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Donnerstag unter Berufung auf Branchenkreise. Wie die "Rheinische Post" zudem unter Berufung auf eine Studie berichtete, belastet die Umlage Geringverdiener bis zu fünf Mal stärker als Reiche.

Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt bedeutet der Rückgang der Umlage eine Einsparung von weniger als vier Euro im Jahr, wie die "FAZ" berichtete. Die Stromnetzbetreiber legen die neue Umlagehöhe demnach am kommenden Montag nach Absprache mit dem Wirtschaftsministerium und der Bundesnetzagentur vor.

Zwar wachse auch im nächsten Jahr nach den Prognosen der Netzbetreiber die eingespeiste Menge an Ökostrom, schrieb die Zeitung weiter. Dem stünden jedoch höhere Verkaufspreise an der Strombörse und eine auf mehrere Milliarden Euro aufgelaufene Rücklage auf dem Verrechnungskonto gegenüber.

Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichtete, gibt das ärmste Zehntel der Haushalte 1,6 Prozent seines Jahreseinkommens für die EEG-Umlage aus, das reichste Zehntel wendet dagegen nur 0,3 Prozent dafür auf. Institut forderte, die Umlage nicht den Verbrauchern aufzubürden, sondern sie aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren.

Trotz der leicht sinkenden Umlage müssten sich Stromkunden gleichwohl auf eher steigende Ausgaben für die aus dem Netz bezogene Elektrizität einstellen, berichtete die "FAZ" weiter. Dies liege an den steigenden Netzkosten, die rund ein Viertel der Stromrechnung ausmachen und damit die Umlage zur Förderung von Wind- und Photovoltaik überholt haben.

Das Vergleichsportal Verivox teilte unterdessen am Donnerstag mit, dass die Strompreise im kommenden Jahr weitgehend stabil bleiben sollen. Demnach werden sich die verschiedenen Bestandteile des Strompreises wie Staatsabgaben, Netzentgelte und Strombörsenpreise voraussichtlich nur geringfügig ändern. Regional seien die Netzentgelte aber unterschiedlich hoch: Ein Verbraucher in Brandenburg zahle 80 Prozent mehr als ein Verbraucher in Bremen.

"Unklar ist bisher, ob die künftige Bundesregierung die privaten Verbraucher im kommenden Jahr bei den Strompreisen entlasten wird", erklärte Mathias Köster-Niechziol von Verivox. "Da mit rund 56 Prozent über die Hälfte der Stromkosten auf das Konto von Steuern, Abgaben und Umlagen gehen, gibt es hier Spielraum."

Falls ein Stromanbieter die Preise erhöht, rät Verivox zum Wechsel. In der Regel müssen die Versorger die Preiserhöhung sechs Wochen vorher schriftlich ankündigen. Nach einem solchen Brief sollten Verbraucher schnellstmöglich selbst kündigen, rät Verivox. Dafür reiche meistens eine formlose Nachricht. Anschließend könnten die Verbraucher einen neuen Anbieter suchen. Angst vor Versorgungsunterbrechungen beim Wechsel müssten sie nicht haben, das sei gesetzlich ausgeschlossen.

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