Anteil der geimpften Covid-Patienten auf Intensivstationen gestiegen

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Intensivstation für Covid-Patienten (AFP/Nic Coury)

Der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen ist in den vergangenen Monaten angestiegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die am Dienstag bekannt wurde. Demnach waren von den 1186 Corona-Patienten, die Mitte August bis Anfang September intensivmedizinisch versorgt werden mussten, 119 gegen das Virus geimpft. Dies entspricht einer Quote von rund zehn Prozent.

Im Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September liegt der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen hingegen bei 1,84 Prozent (210 von 11419 Fällen), wie aus der Antwort hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Die Daten stammen vom Robert-Koch-Institut (RKI). Zuerst hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben) darüber berichtet.

"Das Ausmaß und die Tendenz dieser Quoten machen klar deutlich, dass die 2G-Regeln und die Lohnstreichung für Ungeimpfte vollkommen willkürliche Maßnahmen sind", kritisierte die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Die Abschaffung der kostenlosen Coronatests kritisierte sie als "krasse Fehlentscheidung".

Wie die Funke-Zeitungen berichteten, hängt der gestiegene Anteil der geimpften Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen nach Angaben von Behörden und Fachleuten jedoch vor allem mit der stark gestiegenen Zahl der Geimpften insgesamt zusammen. Mittlerweile sind in Deutschland mehr als 65 Prozent der Bevölkerung doppelt gegen das Virus geimpft.

Das RKI erklärte dem Pressebericht zufolge: "Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen."

Das Gesundheitsministerium hob in seiner Antwort die Schutzwirkung der Impfung vor einer schweren Erkrankung an Corona hervor. "Fakt ist, dass Impfungen schützen und ein fehlender Impfschutz der Hauptgrund ist, warum Personen mit einer Covid-19-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden müssen", teilte das Ministerium mit.

Der Präsident der Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner (DIVI), Gernot Marx, sagte den Funke-Zeitungen: "Die Patientinnen und Patienten mit schweren und tödlichen Corona-Verläufen sind in fast allen Fällen ungeimpft." Die Impfdurchbrüche mit schweren Verläufen dagegen seien noch immer im einstelligen Prozentbereich. Zudem treffe der Impfdurchbruch meist Menschen, deren "Immunsystem etwa durch eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist, oder die älter als 80 Jahre sind".

Der Intensivmediziner sagte demnach weiter: "Leider sehen wir auch immer mehr Menschen unter 60 mit schweren oder tödlichen Verläufen, die nicht geimpft sind". Es gelte: "Die Corona-Impfung ist ein wirksamer Schutz vor schweren Erkrankungen."

awe/mt

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