Bericht: Klingbeil will nach Schüssen auf Diabys Bürgerbüro Krisengipfel

SPD-Politiker stellen sich nach Drohungen hinter Diaby

Nach den Schüssen auf das Bürgerbüro des Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby (SPD) in Halle an der Saale hat SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil einem Medienbericht zufolge einen parteiübergreifenden Krisengipfel angeregt. Er wolle "zeitnah darüber beraten, wie gerade ehrenamtliche Politikerinnen und Politiker sich besser schützen können", schrieb Klingbeil an die Generalsekretäre oder Bundesgeschäftsführer aller Bundestagsparteien mit Ausnahme der AfD, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Freitag berichtete.

Das Schreiben ging demnach an FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, CSU-Generalsekretär Markus Blume sowie die Bundesgeschäftsführer von Grünen und Linken, Michael Kellner und Jörg Schindler.

Der Anschlag gegen das Büro Diabys stehe in einer langen Reihe von zunehmender Gewalt und Drohungen gegen Politiker demokratischer Parteien, schrieb Klingbeil demnach. Gerade viele Kommunalpolitiker würden sich dieser Situation "oft hilflos ausgeliefert" fühlen. Der SPD-Politiker appellierte an die Parteien, gemeinsam aktiv zu werden. "Wir müssen der zunehmenden Bedrohung vor allem von rechts etwas entgegensetzen", so Klingbeil.

Am Mittwoch waren Einschusslöcher in dem Bürgerbüro des im Senegal geborenen Diaby entdeckt worden. Zahlreiche Politiker und Bürger bekundeten daraufhin ihre Solidarität mit dem 58-jährigen Bundestagsabgeordneten, der immer wieder Rassismus ausgesetzt ist.