Bericht: Rentner im Westen müssen kommendes Jahr mit Nullrunde rechnen

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Corona-Krise dämpft Rentenentwicklung
Corona-Krise dämpft Rentenentwicklung

Als Folge des Konjunktureinbruchs wegen der Corona-Krise müssen Rentner im Westen Deutschlands im kommenden Jahr mit einer Nullrunde rechnen. Das berichtete das Portal "The Pioneer" unter Berufung auf den Entwurf des Rentenversicherungsberichts der Bundesregierung. Im Osten sollen demnach die Renten geringfügig um 0,72 Prozent ansteigen.

Schätzungen zur Rentenentwicklung in der gleichen Größenordnung hatte es bereits im Sommer auch aus der Deutschen Rentenversicherung (DRV) gegeben. Die Rentenanpassung hängt maßgeblich von der Lohnentwicklung im Vorjahr ab. Dem Bericht zufolge erwartet die Regierung 2020 einen Rückgang der Bruttolöhne und -gehälter von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern um 1,0 Prozent. 

Für die folgenden Jahre erwartet die Regierung laut "The Pioneer" jedoch wieder einen deutlichen Anstieg der Altersbezüge. "Bis zum Jahr 2034 steigen die Renten um insgesamt rund 32,2 Prozent. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,3 Prozent pro Jahr", zitierte das Portal aus dem Regierungsbericht.

Das Sicherungsniveau vor Steuern, das das Verhältnis der Renten zu den Löhnen zum Ausdruck bringt, beträgt demnach aktuell 48,2 Prozent. "Längerfristig sinkt das Sicherungsniveau über 47,6 Prozent im Jahr 2030 bis auf 46,1 Prozent zum Ende des Vorausberechnungszeitraums im Jahr 2034", erwartet dem Bericht zufolge die Bundesregierung.

Die Finanzlage der Rentenversicherung bleibe trotz der Corona-Pandemie stabil, hieß es weiter. Im laufenden Jahr bis einschließlich September seien die Einnahmen der allgemeinen Rentenversicherung sogar um rund 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Allerdings dürfte sich der Umfang der sogenannten Nachhaltigkeitsrücklage bis Ende 2020 auf rund 36,3 Milliarden Euro verringern, gut vier Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor.

Der Rentenbeitragssatz von derzeit 18,6 Prozent kann dem Bericht zufolge wie geplant bis 2022 stabil bleiben. "Anschließend steigt der Beitragssatz auf 19,3 Prozent im Jahr 2023, 19,9 Prozent im Jahr 2025 und 21,5 Prozent im Jahr 2030", heiße es darin weiter. 2034 wären es demnach dann 22,4 Prozent. 

Weiter angestiegen ist laut "The Pioneer" das durchschnittliche Renteneintrittsalter. Dieses habe 2019 bei 63,3 Jahren gelegen, zwei Jahre mehr als im Jahr 2000. Der Anteil der Beschäftigten im Alter von 60 bis 64 Jahren habe sich seit 2002 mehr als verdreifacht und 2019 44,4 Prozent erreicht.

bk/cha