Bericht: Sieben Anklagen wegen Einsturzes von Kölner Stadtarchiv geplant

Acht Jahre nach dem verheerenden Einsturz des Kölner Stadtarchivs will die Staatsanwaltschaft sieben damalige Mitarbeiter von Bauunternehmen und der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) unter anderem wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht bringen. Die Anklage solle zwischen Ende April und Anfang Juni erhoben werden, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Freitag vorab unter Berufung auf Verfahrensbeteiligte.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung gegen fast hundert namentlich Beschuldigte und will der "Wirtschaftswoche" zufolge nun sieben von ihnen anklagen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft habe bestätigt, dass ein zur Anklageerhebung erforderliches Gutachten "in den nächsten Wochen" vorliegen werde, heißt es in dem Bericht.

Das Gebäude des Stadtarchivs am Kölner Waidmarkt, eines der bedeutendsten Kommunalarchive Europas, war bei U-Bahnbauarbeiten am 3. März 2009 zusammengestürzt und hatte zwei Nachbarhäuser mit in die Tiefe gerissen. Zwei Anwohner kamen bei dem Einsturz ums Leben.

Die Baufirmen vertreten die These, dass ein nicht vorhersehbarer Einbruch von Grundwasser die Gebäude unterspült und zum Einsturz gebracht habe. Die Staatsanwaltschaft geht von Fehlern der Bauunternehmen aus. Der Schaden wird auf 1,2 Milliarden Euro geschätzt.

Die Justiz gerät wegen der Verjährungsfrist von zehn Jahren zunehmend unter Zeitdruck. Das Urteil in dem Strafprozess müsste spätestens bis zum 2. März 2019 fallen.

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