Berlin: 32. Europäischer Filmpreis mit deutscher Hoffnung "Systemsprenger"

1988 wurde der Europäische Filmpreis ins Leben gerufen. Am kommenden Samstag findet die Verleihung wieder in Berlin statt - eine Art Oscar-Verleihung auf europäisch.

- Als einer der Favoriten geht "The Favourite" des Griechen Yorgos Lanthimos ins Rennen.

- Nominiert in gleich vier Kategorien ist "The Traitor" von Marco Bellocchio. Ein Film um die wahre Geschichte des ersten Mafioso, der das Gesetz des Schweigens der Cosá Nostra bricht.

- "J'accuse" von Roman Polanski dürfte unter den Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Regiesseur leiden, der mit neuen Enthüllungen sexuellen MIssbrauchs konfrontiert ist.

- "Pain and Glory" von Pedro Almodóvar darf auf gleich mehrere Auszeichnungen hoffen, weil Almodóvar-Intimus Antonio Banderas als bester Schauspieler nominiert ist. Für diese Rolle wurde Banderas bereits im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes geehrt.

- "Systemsprenger" der Braunschweigerin Nora Fingscheidt geht als Außenseiter ins Rennen, weil die Regisseurin außerhalb Deutschlands wenig bekannt ist. In der Kategorie Bester Film ist es der einzige Beitrag einer Regisseurin.

- Ebenfalls nur eine Außenseiterchance wird "Les Misérables" von Ladj Ly eingeräumt, der tief in die Welt der Pariser Vorstädte abtaucht. 150 Jahre nach Victor Hugo ist Armut immer noch ein Problem in städtischen Gebieten in Frankreich.

Alle Gewinner werden am kommenden Wochenende auf Euronews und euronews.com bekanntgegeben. Moderiert wird der Berliner Abend vom britischen Regisseur David Yates.