Mein Berlin: Bloß nicht wieder 20 sein - und erst recht nicht in Berlin

Jungsein ist in Berlin manchmal ganz schön stressig. Gut, wenn man das hinter sich hat. Bis auf eine Ausnahme, meint Nina Paulsen.

Seit einiger Zeit sagt man ja, 40 sei das neue 30 und 30 das neue 20. Das klingt schon toll. Man darf länger Unsinn machen und sich in unüberlegte Abenteuer stürzen, das geht in Berlin besonders gut. Dafür kauft man sich später als die 30-Jährigen in unserer Elterngeneration ein Reihenendhaus, fährt später Volvo und hat später einen Golden Retriever namens Paul.

Manchmal ist das alles aber auch ganz schön stressig. Mit Mitte 30 ist man heute demnach erst Mitte 20. Man muss deshalb noch immer ständig auf irgendwelche angesagten Partys rennen, morgens um vier noch einen letzten unvernünftigen Pfeffi trinken und ansonsten in den Tag hineinleben wie ein Student im 18. Semester, der vielleicht mal irgendwas mit Medien machen will. Tut man das nicht, muss man Angst haben, dass man etwas verpasst. Und das will ja keiner. Bloß nicht zu früh festlegen, sonst könnte man ja morgen nicht mehr spontan seine sieben Sachen zusammenpacken und für drei Monate auf einem Maulesel durch die Mongolei reiten, wenn sich zufällig die Gelegenheit dazu ergibt.

Weißwein aus dem Tetrapak

Als jemand, der Mitte 30 ist, fühle ich mich manchmal hin- und hergerissen. Ich hätte theoretisch schon Lust auf die Mongolei-Sause mit Muli, allerdings ist meine Lebenszeit ziemlich ausgefüllt mit Familie, Arbeit, Freunden und damit, mit der M10 auf der Invalidenstraße im Stau zu stehen. Es gibt Momente, da wünsche ich mir, ich sei Mitte 40 und könnte es mir in dieser Situation jetzt einfach mal ohne schlechtes Gewissen g...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen