Berlin: Brandursache im Grunewald noch völlig unklar

Nach einer Detonation auf einem Sprengplatz der Polizei im Berliner Grundwald ist der angrenzende Wald in Flammen geraten, das Feuer breitet sich aus. Aufgrund von weiteren Explosionen und umherfliegenden Trümmerteilen hat die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge noch nicht mit dem Löschen begonnen.

Grunewald
Nach einem Zwischenfall auf einem Sprengplatz der Berliner Polizei im Grunewald brennt der angrenzende Wald. (Bild: dpa)

Die Berliner Feuerwehr geht davon aus, dass sie der Brand im Grunewald noch den ganzen Tag über beschäftigen wird. Nach wie vor bestehe eine "enorme Gefahr" durch Explosionen und umherfliegende Trümmerteile für die Einsatzkräfte, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen dem Sender "NTV".

In einem Radius von 1000 Metern um das Feuer herum begannen sie damit, die angrenzenden Waldgebiete zu bewässern, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Auf diese Weise soll ein Ausbreiten der Flammen erschwert werden. Ein Löschhubschrauber sei angefordert.

Die Ursache für das Feuer ist laut Polizeipräsidentin Barbara Slowik noch völlig unklar. "Wir versuchen, so schnell wir können mit den Brandermittlern an den Ort zu kommen", sagte Slowik. Zwar hätten Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Einsatzkräfte deutliche Detonationen wahrgenommen. "Aber was genau jetzt ursächlich war, das werden die Brandermittler klären."

"Die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner ist nicht gefährdet"

Der Regional-, Fern- und S-Bahnverkehr sind unterbrochen, wie die Bahn auf ihrer Internetseite mitteilt. Die Autobahn Avus in Berlin bleibt wegen des Brands im Grunewald voraussichtlich den ganzen Tag über gesperrt, hieß es von der Berliner Verkehrszentrale.

Wohngegenden sind nach Angaben der Feuerwehr aber nicht in Gefahr. "Das werden wir verhindern", so ein Sprecher. Die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Auch Verkehrsinfrastruktur sei nicht betroffen.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sieht ebenfalls die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner rund um den Grunewald gewährleistet. "Was für mich wichtig ist: Dass die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner nicht gefährdet ist und das ist hier gegeben", so Spranger. Es gebe keinerlei toxische Gegenstände, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. "Insofern kann ich Sie jetzt erstmal beruhigen." Der Sicherheitsradius von rund einem Kilometer sei auch mit Blick auf die Anwohnerinnen und Anwohner gezogen worden.

Fläche von 15.000 Quadratmetern betroffen

Das Feuer betrifft demnach aktuell eine Fläche von etwa 1,5 Hektar, also rund 15.000 Quadratmeter. Es sei davon auszugehen, dass die hohe Trockenheit in der Gegend den weiteren Verlauf des Feuers beeinflussen werde, hieß es.

Es breitet sich weiter unkontrolliert aus. "Das bereitet uns Sorge", sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen. Es gebe nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie es am Sprengplatz in dem Wald genau aussehe. Derzeit würden Aufnahmen einer Drohne und eines Polizeihubschraubers zusammengeführt und ausgewertet.

"Die Lage ist unübersichtlich", so der Sprecher weiter. " Vor Ort sind 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Polizeikräfte. Mit einem Löschhubschrauber der Bundeswehr können die Einsatzkräfte allerdings nicht rechnen. Ein solcher stehe aufgrund des Waldbrands in Sachsen derzeit nicht zur Verfügung.

Die Berliner Feuerwehr stellt sich auf einen langen Einsatz ein. Der Brand werde die Einsatzkräfte möglicherweise noch die nächsten Tage beschäftigen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. "Aber wir werden das Feuer löschen."

Behörden warnen, Gefahrengebiet zu meiden

Nach Angaben eines Polizeisprechers ist bisher noch völlig unklar, wie es zu der Explosion kommen konnte. Auf dem Platz wird Fundmunition gelagert und kontrolliert durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Berliner Polizei entschärft.

Die Behörden warnen die Bevölkerung über den Großbrand auf den Warnapps und riefen dazu auf, das Gefahrengebiet zu meiden. Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftung und Klimaanlagen sollen ausgeschaltet werden.

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