"Berlin braucht Tegel": Die Retter von Tegel stehen kurz vor der Ziellinie

Überraschend steht die FDP kurz vor einem Volksentscheid für den Erhalt des Airports. 158.000 Unterschriften konnten gesammelt werden.

Zeit, sich zu verabschieden. Der junge Mann mit dem Lockenkopf hat seine Freundin zum Flughafen gebracht, der obligatorische Abschiedskuss reicht ihr aber nicht. "Wolltest du mich nicht noch irgendwas fragen?" Dann ist sie weg, und er muss durch das halbe Terminal rennen, um seine Frage doch noch zu stellen. Nicht den vermuteten Heiratsantrag, viel wichtiger: "Hast du eigentlich schon für die Offenhaltung von Tegel unterschrieben?"

Vielleicht hat Sebastian Czaja ein bisschen an seine eigene Geschichte gedacht, als seine Partei den zweiminütigen Werbesport "Tegelretter" zuletzt veröffentlichte. Als Ehefrau Katharina noch in Nordrhein-Westfalen lebte, musste der heutige FDP-Fraktionschef sie oft in Tegel verabschieden. Die emotionale Bindung zu dem Airport mit den sechs Ecken ist groß. Wie bei so vielen Berlinern. Das will die FDP nutzen.

Ende Januar erst ein Sechstel der Unterschriften

Es ist ein kalter Morgen, nicht die beste Zeit zum Unterschriftensammeln, aber immer noch besser als im Dezember, da seien sie teilweise "schockgefrostet" gewesen, erzählen sie bei der FDP. Der Stand steht direkt am U-Bahnhof Kurfürstendamm. Czajas Helfer schwärmen aus und stellen den Passanten die Frage aus dem Werbeclip. Die Stimmung unter den selbst ernannten Tegelrettern ist prächtig, das Wochenende war ein Erfolg. Dank etlicher neuer Unterschriften liegt die FDP mit ihrer Initiative "Berlin braucht Tegel" bei 158.000 Unterstützern, die Listen aus den Bürgerämtern nicht mitgerechnet. 174.000 gü...

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