Berlin Marzhahn: Dagmar Pohle: "Die Masse der Menschen wohnt gerne hier"

Die Bezirksbürgermeisterin über das Imageproblem von Marzahn-Hellersdorf, Wohnungsbau und die Internationale Gartenausstellung.

Marzahn-Hellersdorf wird bei Familien immer beliebter. Ein Grund sind die vergleichsweise noch günstigen Mieten. Inzwischen haben die Wohnungsunternehmen aber auch hier keine Leerstände mehr. Im Gegensatz zu Innenstadtbezirken gibt es gegen Neubauprojekte keine Proteste von Anwohnern, sagt Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke).

Frau Pohle, warum hat gerade hier in der klassischen Linke-Hochburg Marzahn-Hellersdorf die AfD so gut abgeschnitten?

Dagmar Pohle : Auch Marzahn-Hellersdorf hat einen erheblichen Bevölkerungswandel vollzogen. Wir haben bis zum Jahr 2005 Einwohner verloren. Da sind viele aus den Großsiedlungen weggezogen ins Umland. Seit 2006 haben wir wieder ein Wachstum, damit einher geht ein Wechsel der Bevölkerung. Wir haben Eigenheimbauer in Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf, in den Großsiedlungen viel Zuzug aus der Innenstadt, durchaus auch aus den westlichen Bezirken. Insofern ist die klassische Klientel, die noch in den 90er-Jahren die Stärke der Linken, damals PDS, ausgemacht hat, nicht mehr so stark vertreten.

Sind die AfD-Erfolge hier auf die soziale Lage zurückzuführen?

Das glaube ich nicht. Wir haben auch in den Siedlungsgebieten mit den Einfamilienhäusern einen relativ hohen Anteil von AfD-Wählern. Es sind eher diejenigen, die verunsichert sind über die gesellschaftliche Entwicklung und die den etablierten Parteien – und dazu gehört auch die Linke – nicht mehr zutrauen, die Probleme zu lösen. Es war aber auch schon in den 90er-Jahren nicht so, dass die ...

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