Berlin-Kreuzberg : Café Rizz erteilt AfD Hausverbot - und wird bedroht

Das "rizz" in Kreuzberg

Birgit legt das Handy weg: „Schon wieder so ein Spinner, der uns droht. Eigentlich habe ich aufgehört solche Kommentare auf Facebook zu lesen.“ Statt dem Handy hält sie jetzt eine Zigarette zwischen den Fingern und zieht den Rauch genüsslich ein. Stress ist die Leiterin vom Kreuzberger Café Rizz eigentlich gewöhnt. Das Restaurant überträgt unzählige Sportarten live auf Leinwand und ist nicht nur am Wochenende bestens besucht. Der Stress, dem sie seit zwei Wochen ausgesetzt ist, hat andere Gründe.

Als der Fraktionsvorsitzende der AfD, Alexander Gauland, die Verbrechen des NS-Regimes mit einem „Vogelschiss“ verglich, reichte es der Berliner Wirtin. Über den Kurznachrichtendienst Twitter erteilte sie Nazis und ausdrücklich auch den Anhängern der AfD ein generelles Hausverbot im Kreuzberger Café Rizz. Prominente Resonanz folgte auf dem Fuß. Der ehemalige Vorsitzende der AfD-Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, verurteilte den Beitrag und bezeichnete das Café als „intoleranten, undemokratischen und faschistoiden Hort“. Mit diesem Echo hatte die Cafébetreiberin Birgit, die nur mit Vornamen genannt werden möchte, nicht gerechnet. In den darauffolgenden Tagen verbreitete sich ihre Nachricht tausendfach in den sozialen Netzwerken. Seitdem solidarisieren sich viele Menschen mit dem Café Rizz. Andere fühlen sich angegriffen und drohen den Café-Mitarbeitern mit Gewalt.

„Als ich nach dem Tweet zum ersten Mal wieder auf mein Handy geschaut habe, dachte ich: Au weia!“, erzählt Birgit. Innerhalb ...

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