Berlin: Kunst zum Erlaufen im Hamburger Bahnhof

Größer geht es nicht: Auf 3500 Quadratmetern präsentiert der Hamburger Bahnhof die Geschichte der Installation.

Der Geruch von Gummi erfüllte den Raum. Überall lagen alte Autoreifen übereinandergestapelt. Das Publikum sollte auf ihnen herumklettern, sie anders arrangieren, sich mitten hineinbegeben in das, was der US-amerikanische Künstler Allan Kaprow (1927–2006) da so kühn als Kunst deklarierte. Aufgeführt wurde sein "Environment", wie er diese Kunstform nannte, erstmals im Hinterhof der Martha Jackson Gallery in der 69. Straße in New York. "Yard" war der Titel. Und nach diesem Urknall in der Kunstszene wurde es wie ein Happening immer wieder neu inszeniert oder "reinvented", wie Kaprow lieber sagte, denn für jeden Raum muss ein neues Arrangement erfunden werden. Was für eine Party! Bilder zeigen junge Frauen, die mit High Heels über die Reifen stöckeln, andere sitzen im Schneidersitz auf den schmutzigen Gummistücken. "Yard ist keine Kunst für die Augen allein", meinte Kaprow einmal, "es involviert das ganze Spektrum und alle Sinne."

Den Raum füllen und entwickeln

Im Hamburger Bahnhof ist nun eine Schwarz-Weiß-Fotografie von einer Reinvention des Environments 1982 in der Neuen Nationalgalerie zu sehen. Die Erinnerung an Kaprows Werk ist der historische Ausgangspunkt für eine Ausstellung, die sich der Geschichte der Installationskunst von ihren Anfängen bis heute widmet. Kaprow nannte sie 1958 noch Environment und bezeichnete damit ein Werk, das so erweitert ist, "bis es einen ganzen Raum füllt oder einen Raum entwickelt". In diesem Werk sollte man sich in alle Richtungen bewegen können...

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